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Weilburg – Das Schloss und die Musik zum Träumen

Weilburg – ein Schmuckstück an der idyllischen Lahn, ist eine Stadt mit vielen interessanten und markanten Gesichtern und deshalb immer eine Reise wert. Dort, wo eine abwechslungsreiche Historie hautnah zu erleben ist, findet gleichzeitig zu den einzelnen Jahreszeiten ein vielseitig kulturelles und gesellschaftlich aktives Leben statt. Weilburg animiert und motiviert deshalb zum Entspannen, zur individuellen Erholung, und zum Besuch kultureller Bauwerke und historischer Einrichtungen.

Von ihrer wohl schönsten Seite kann man die barocke Residenzstadt Weilburg an der Lahn bei einem Rundgang 500 Jahre Architekturgeschichte durch die historische Altstadt kennen lernen. Weilburg verlieh man vor über 700 Jahren die Stadtrechte. Danach war sie Residenzstadt des einflussreichen Hauses Nassau-Weilburg.

Schon der erste Blick lässt keinen Zweifel übrig. In Weilburg haben sich Adlige und Könige wie zu Hause gefühlt. Es lässt sich unvoreingenommen sagen, dass Weilburgs Wahrzeichen, das Schloss, das nahezu eindrucksvoll aus jeder Perspektive der Stadt hoch auf einem Bergsporn über der Lahn zu erkennen ist, heute noch immer zu den schönsten Baudenkmälern von internationalem Rang zählt. Von hier oben hat man einen unvergesslichen Blick auf die Lahn und die Stadt. In all den vergangenen Jahrhunderten prägte die Residenz Leben und Stadtbild. Und so ist es auch heute noch.

Das vierflügelige Renaissanceschloss mit seinem romantischen Innenhof sowie den prachtvollen Wohnräumen lässt einen noch heute in den unverwechselbaren Charme vergangener Zeiten eintauchen. Schloss Weilburg mit seinem gepflegten und einzigartigen Schlossgarten basiert ursprünglich auf eine mittelalterliche Burg. Bereits um das Jahr 900 n. Chr. erstmals besiedelt, errichten Graf Philipp III und sein Sohn Albrecht von Nassau- Weilburg an dieser Stelle zwischen 1533 und 1572 das vierflügelige Schloss, das dem Grafen von Nassau-Weilburg über 200 Jahre als Residenz diente. Mit der Erbteilung des Hauses Nassau im Jahr 1255 gehörte Weilburg fortan zur walramschen Linie. Infolge weiterer Teilungen und Wiedervereinigungen des Grafenhauses wurde Weilburg schließlich Residenzstadt. Die ehemalige Burg wurde somit zu einem repräsentativen Schloss umgebaut Im 16. Jahrhundert ließ Graf Philipp III. von Nassau-Weilburg zunächst eine Vierflügelanlage im Renaissancestil errichten. Die Arbeiten wurden unter seinem Nachfolger Albrecht und dann noch einmal ab 1661 unter Graf Friedrich fortgesetzt. Graf Johann Ernst veranlasste zu Beginn des 18. Jahrhunderts die Erweiterung des Schlosses zu einer barocken Residenz mit zahlreichen Nebengebäuden, einer Kirche und einem repräsentativen Garten. Zwar verlegte Karl August von Nassau-Weilburg, der seit 1737 den Fürstentitel führte, die Residenz nach Kirchheim – Bolanden, doch war das Weilburger Schloss weiterhin Regierungssitz. Nach der Vereinigung der letzten beiden Linien zum Herzogtum Nassau im Jahr 1806 blieb das Schloss auch nach der Eingliederung durch Preußen in Familienbesitz und gehörte dadurch bis zum Rückkauf 1935 durch den preußischen Staat dem Großherzog von Luxemburg. Mit großem Engagement restauriert und gepflegt, bietet das Schloss dem interessierten Besucher einen Rundgang durch verschiedene Epochen adliger Wohnkultur, höfischen Lebens und interessante Details zur Geschichte des Hauses Weilburg-Nassau.

Angrenzend an das Schloss befindet sich der malerische und prächtige Schlossgarten. Der Renaissancegarten wurde durch Francois Lemaire, der eigens dafür im Jahre 1700 als Hofgärtner aus Saarbrücken berufen wurde, umgestaltet und erweitert Schloss und Garten können ganzjährig besichtigt werden. Der Schlossgarten – wohl einer der schönsten in Deutschland – ist gemeinsam mit dem sehenswerten Marktplatz kultureller und gesellschaftlicher Mittelpunkt einer ganzen Region. Julius Ludwig Rothweil, der mit der Gesamtkonzeption der Schlossanlage durch Graf Johann Ernst beauftragt wurde, erbaute die barocken Orangerien und die Gartenräume. Bis heute werden die Räumlichkeiten im Sommer als Konzertsäle für die Weilburger Schlosskonzerte und im Winter immer noch als Schutzraum für die empfindlichen Gartenpflanzen genutzt. Das „Gebück“, dass sich am Steilhang in Richtung der Lahn Auen entlang zieht, wurde 1789 als kaskadenähnlicher Baum- park angelegt und lädt zum Spazierengehen ein. Große Freitreppen verbinden die einzelnen Terrassen, kleine Kieswege laden zum Lustwandeln ein, Linden und die mächtigen Blutbuchen spenden dem Besucher im Sommer genügend Schatten.

Foto: Weilburger Schlosskonzerte

Musikliebhaber kommen an den alljährlichen Weilburger Schlosskonzerten so gut wie nicht vorbei. Seit über 45 Jahren steht der „Verein Weilburger Schlosskonzerte“ für unvergessliche Konzerterlebnisse in der einmaligen Kulisse des Weilburger Schlosses. Jedes Jahr in den Sommermonaten finden sich hier hochkarätige internationale Musiker ein, um im Renaissancehof oder in der Schlosskirche ihre Zuhörer durch hohe künstlerische Qualität, musikalischer Vielfalt und Niveau zu begeistern. Die einmalige nachhaltende Atmosphäre unter freiem Himmel fasziniert jährlich Zehntausende Gäste aus aller Welt. Bei schlechtem Wetter bietet die barocke Schlosskirche mit ihrer atemberaubenden Akustik eine attraktive Ausweichmöglichkeit und auch die Konzerte in der Unteren bzw. Oberen Orangerie des Schlosses strahlen ein ganz besonderes Fluidum aus. Die Organisatoren der Schlosskonzerte kooperieren mit der „Annie-Sophie-Stiftung“ mit dem gemeinsamen Ziel neben bekannten nationalen und internationalen Künstlern auch jungen Musikerinnen und Musikern die Möglichkeit zu bieten, sich hier an diesen spektakulären Auftrittsorten ihrem Publikum zu präsentieren.

Die Weilburger Schlosskonzerte sind somit seit ihrer Gründung 1972 ein kultureller Imageträger für die Stadt Weilburg geworden. Heute finden jährlich ca. 30.000 Besucher den Weg nach Weilburg, allen voran der Schirmherr, mittlerweile Seine Königliche Hoheit, Großherzog Henri von Luxemburg und Herzog von Nassau. Neben einem stetig ansteigenden Stammpublikum kommen immer wieder neue Musikliebhaber aus den angrenzenden Regionen und dem Ausland hinzu, die die Atmosphäre und das vielfältige musikalische Angebot in dieser einzigartigen Schlosskulisse zu schätzen wissen. Die Medienpartnerschaft mit dem Hessischen Rundfunk garantiert die jährlichen europaweiten Aufzeichnungen und Live-Übertragung der abwechslungsreichen Konzerte.

Wer Weilburg nicht kennt, sollte es unbedingt kennenlernen.

www. weilburger-schlosskonzerte.de

Autor: Axel Ehrhardt

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