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Der Ostharz – Sieh, das Gute liegt so nah!

Ein besonderer Reiz des Harzes liegt in seiner abwechslungsreichen Landschaft mit einer Anzahl von beeindruckenden Naturschönheiten, zahlreichen mittelalterlichen Fachwerkstädten und einer Vielzahl von kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten. Stolze, herrschaftliche Burgen und prachtvolle Schlösser sowie grandiose Sakralbauten ermöglichen eine spannende und aufregende Reise durch die Historie dieser Landschaft und Region.

Als im Mittelalter europäische Politik geschrieben und die Kunst zur höchsten Blüte gelangte, war der Harz u.a. ein gewichtiges Zentrum der Macht und der Baukunst. Besonders am östlichen Harzrand entstanden bedeutende weltliche und außergewöhnliche klerikale Bauwerke und Einrichtungen. Nirgendwo sonst im Osten der Republik findet man heute noch so viele beeindruckende und unvergessliche Zeugnisse aus der romanischen Zeit. Als Ausgangspunkt für eine romanische Tour sollte man sich die Stadt Quendlinburg auswählen.

Schon von weitem sichtbar überragt die Stiftskirche St.Servatus, gebaut 922 durch den Sachsenherzog Heinrich1, als architektonische Meisterleistung der Romanik die Stadtsillhouette. Sie zählt zu den bedeutestenden hochromanischen Bauten in Deutschland. Mit der Wahl Heinrichs begann die Entwicklung zur Reichspfalz, später trat die Stadt 1426 der Hanse bei. 1477 kam es zur Streitigkeiten zwischen der Bürgerschaft und der regierenden Äbtissin des Damenstiftes, was auf dem Marktplatz zum Sturz des steinernen Roland- das Symbol für bürgerlichen Selbständigkeit- und damit zum Verlust sämtlicher Privilegien führte. 1539 wurde die Reformation eingeführt, das Stift wurde aufgelöst und das Schloss wurde in preußisches Besitztum überführt. 1869 konnte der Roland wieder aufgestellt werden.Der mittelalterliche bestens erhaltene Stadtkern, mit seinen unglaublich faszinierenden Fassaden und erhaltenen Bausubstanz, gehört seit 1994 mit der Stiftskirche, und dem Domschatz zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Burg Falkenstein im Selketal, gegründet am Anfang des 12.Jahrhunderts und vom 15.- 17.Jahrhundert umgebaut im Selketal, ist einer der besterhaltenden Burgen in der ganzen Harzregion. Auf einem Bergsporn über der Selke erhebt sich einer der ältesten und eindrucksvollsten Burganlagen des Harzes. Mit ihrer massiven Schildmauer, dem Bergfried, Toren und Zwingern entspricht sie in jeder Hinsicht dem Idealbild einer Höhenburg. Hier werden während der Saison auch mit Falken Vorführungen organisiert.

Foto: Pixabay
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Werningerode

Die fast 1000-jährige- laut Herman Löns „bunte Stadt“ – beeindruckt in seiner autofreien Altstadt durch eine große Zahl von bedeutenden Fachwerkhäusern, dem farbenprächtigen Marktplatz mit seinem Rathaus, das ursprünglich eine gräfliche Gerichtsstätte war. Auf den Stützbalken des historischen Gebäudes stellen 33 holzgeschnitzte Figuren Gaukler, Heilige, Spielleute und Narren dar. Auf dem 350 m hohen Agnesberg erhebt sich das malerische und sehenswerte Schloss von Wernigerode. Seine umfassende Rekonstruktion im historischen Stil der Neugotik, verdankt es dem Graf Otto zu Stolberg-Wernigerode, der als Vizekanzler unter Bismarck diente.

Rathaus Wernigerode Foto: Axel Ehrhardt
Rathaus Wernigerode Foto: Axel Ehrhardt

Wer den Harz geruhsam, aber nicht zu Fuß erkunden möchte, der sollte- ein Muss jeder Harz-Tour- eine Fahrt mit der Harzer Schmalspurbahn unbedingt planen. Man sollte 2-3 Stunden einplanen, am besten fährt man vom Bahnhof Wernigerrode ab . Wenn dann die Lock der Brockenbahn ihre Waggons bis auf den 1142 m hohen Brocken schnaufend und dampfend zieht und in Drei Hohe Annen eine Verschnaufpause einlegt, dann hat die Bahn bis zu diesem Haltepunkt ca. 20 Zentner Kohle verbraucht. Hat man Schierke durch dichte Tannenwälder und das Tal der Wormke passiert, beginnt die Brockenspirale. Um den in 1125 Höhe gelegenen Bahnhof zu erreichen, fährt man, um die letzten Höhenmeter zu meistern, eineinhalbmal um die Brockenkuppe. Neben einem prächtigen Ausblick und der gerühmten Fernsicht bis zu 125 km im Umkreis aller Himmelsrichtungen informiert dann das Brockenmuseum über die Historie des Nationalparks. Die einstige Eisenhüttenstadt Thale drückt sich in das enge Bodetal am nordöstlichen Harzrand zwischen den sagenumworbenen beiden Felsen „Hexentanzplatz“ mit der alljährlich am 1.Mai gefeierten Walpurgisnacht und der „Rosstrappe“. Beide Höhepunkte im Bodentaler Sagenharz erreicht man mit einer modernen Personenschwebebahn bzw. mit einer Sessellift-Anlage.

Foto: pixabay
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Meisdorf

Der Ort Meisdorf lädt zur Ruhe und Sinnlichkeit ein. Von hier aus lassen sich die Tagesausflüge in die Regionen des Ostharzes bequem und stressfrei planen. Ein Idyll der Ruhe und der Abgeschiedenheit in Meisdorf ist das überregional bekannte Parkhotel Schloss -Hotel Meisdorf, dass für Übernachtungen und Entspannung pur wie geschaffen ist. So erfolgt die Unterbringung in den modern eingerichtete und ausgestatten Komfortzimmern in den jeweiligen Gebäudeteilen des Parkhotels Meisdorf entweder im Neuen Schloss, im Gräflichen Rentamt sowie im Waldhotel Forsthaus. Alle Gebäude gehören zur großzügigen Anlage und liegen nur wenige Schritte voneinander entfernt. Das nur wenige hundert Meter von der Hauptanlage entfernte Waldhotel Forsthaus besticht durch seine Waldlage und verfügt zudem als Besonderheit über ein eigenes Schwimmbad und eine Sauna. Der historische Charme des Hotels und der Anlage vermittelt somit ein besonders und einmaliges Aufenthalterlebnis. Der 18-Loch-Platz direkt am Schloss mit seinem siebzig Hektar und leicht abfallenden Gelände, lädt alle professionellen Golfspieler zu einer Partie ein, umgeben von einer beruhigenden Landschaft. Das kulinarische Angebot wird abgerundet durch eine vielfältige Speisekarte mit überwiegend regionalen Gerichte. Und wer hier den schönsten Tag sein Leben feiern möchte, der kann das mit einer Trauung unter freiem Himmel tun. Ein attraktiver Pavillon bildet das Standesamt und die Gästezahl ist somit nicht beschränkt. Gefeiert wird bei Kerzenschein und klassischer Musik im historischen Musiksaal.

Ausklingen sollte man seine Fahrt in den Ostharz mit einem Besuch des weltberühmten Rosengartens in Sangerhausen. Die größte Rosensammlung der Welt wurde 1903 gegründet. Sie beherbergt über 8500 Rosensorten und- arten. Diese Vielzahl der „Königin der Blumen“ vom Altertum bis in die Neuzeit, ist in der 13 Hektar großen Gartenanlage zu besichtigen. Besonders die „Grüne „und die „Schwarze Rose“, Moosrosen, Öl Rosen, verschieden Baum-und Straucharten und Rosen aus Goethes Garten, lassen jedes Jahr weit über 100.000 Besucher in dieses Paradies nach Sangerhausen kommen.

Quellennachweis: Axel Ehrhardt