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“Echt Aktiv” in Sachsen-Anhalt unterwegs

Der Südharz von seiner schönsten Seite

Nachdem wir ja bereits 2020 von der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH in das “Echt Schön”e Sachsen Anhalt eingeladen wurden, durften wir nun eine andere Seite Sachsen-Anhalts kennenlernen. Diesmal sind wir “Echt Aktiv” in Sachsen-Anhalt unterwegs. Und genauso wie bei unserem ersten Besuch in Sachsen-Anhalt sind wir auch dieses mal angenehm überrascht wie vielfältig doch das schöne Sachsen-Anhalt ist. Den Anfang unserer “Echt Aktiv”en Reise macht auch dieses mal Halle an der Saale. Das Dorint Hotel Charlottenhof in Halle an der Saale heißt uns herzlich Willkommen. Das im Jugendstil eingerichtete Vier-Sterne-Superior Hotel verfügt über 166 Zimmer und Suiten, sowie über ein hervorragendes Restaurant, einer Bar und einem Wellness Bereich. In nur wenigen Minuten erreichen Sie zu Fuß den Bahnhof. Bis zu Innenstadt sind es ebenso nur wenige Gehminuten. Die zentrale Lage des Hotels bietet einen hervorragenden Ausgangspunkt für viele Aktivitäten. Für uns geht es diesmal in den Südharz.

Braunsbedra, Pfännerhall und Aktiv auf dem Geiseltalsee

Am 1. Tag geht es zunächst einmal mit dem Bus zur Zentralwerkstatt “Pfännerhall” nach Braunsbedra. Was erwartet uns hier, wenn wir in eine Zentralwerkstatt fahren? Was wird hier in der Werkstatt hergestellt. Was bedeutet der rote Elefant vor dem Gebäude? Was bedeutet “Pfänner”? Fragen über Fragen überkommen mich als wir in einer großen Halle stehen in dem “nur” ein paar alte Maschinen stehen.

Sicherlich kennen Sie den Begriff Pfänner aus der Salzgewinnung. Doch die Umgebung um Halle herum ist doch bekannt für den Kohle- und Erzabbau. Wie kommt das Besucherzentrum nun auf den für mich irritierenden Namen? Zumal wir ja in der Eingangshalle nun keine altertümlichen Maschinen für den Salzabbau vorfinden.

Um das 2. Jt. wurde tatsächlich in der Gegend Salz abgebaut. Sole fördern und transportieren, Salzsieden, verpacken und verladen, das regelte ab dem Jahr 1482 die Pfännerschaft. Im 18.Jh. stieg der Salzbedarf. Die Salzsiederei benötigte größere Energiemengen. Hier kommen nun die Steinkohlengruben ins Spiel. Braunkohle ist für den Feuerungsbedarf leider nicht geeignet. 1867 wird das Salzmonopol aufgehoben und Kohle gewinnt an Bedeutung. 1881 wurde aus der Pfännerschaft die “Gewerkschaft neuen Rechts“. 1911 entstand durch die “alte Pfännerschaft” ein neues Braunkohlenwerk im Geiseltal bei Merseburg, welches den Namen “Pfännerhall” erhielt. Neben den notwendigen technischen Anlagen wurde auch eine mechanische Werkstatt eingerichtet. Im Wandel der Zeit wird aus der mechanischen Werkstatt eine Zentralwerkstatt und später wird die Maschinenhalle noch um eine Lehrwerkstatt und Verwaltungsgebäuden erweitert. Als man beschloss das Gebäude abzureissen gelang es Peter Luckner, Hochschullehrer und Designer, und Renate Patz, sowie einigen Befürwortern der Pfännerhall, mit Unterstützung des Internationalen Rates für Denkmalpflege ICOMOS, die Pfännerhall zu einem schützenswerten, technischen Baudenkmal zu erklären. Die Halle wird mit viel Aufwand saniert und gehört seit 2000 dem „Zentrum für Zukunftstechnologie, Kunst und Design”. Besucher können hier nicht nur Museumsstücke der Industriekultur sehen, sondern die bedeutende Halle für verschiedene Events buchen. Doch was hat diese Geschichte mit dem roten Elefanten vor den Toren der Pfännerhall zu tun?

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Das Mammut aus der Pfännerhall

1953 wurden beim Abbau von Braunkohle eine Ansammlung von großen Knochen gefunden. Es stellte sich heraus, dass es sich um die Reste einer etwa 60 Jahre alte Mammutkuh, sowie eines knapp 10 Jahre alten Jungtiers aus der Eiszeit handelte. Ein absoluter Sensationsfund. Das weibliche Mammut können Sie in voller Pracht im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle bestaunen. Aber nicht nur die beiden Mammuts wurden bei Braunsbedra gefunden. Es wurden zudem auch zahlreiche Überreste des ausgestorbenen eurasischen Altelefanten gefunden. Bestaunen Sie also nicht nur historische Sammlungen aus der Industrie in der Pfännerhall, sondern auch noch fossile Fundstücke aus der Eiszeit und einen “echten” eurasischen Altelefanten. Und so kommt der rote Elefant vor die Tore der Zentralwerkstatt Pfännerhall.

Kon-Tiki Dilmun IV

Eine weitere Ausstellung gibt es in der Pfännerhall zu bestaunen. Ein Kon-Tiki Original Nachbau. Was hat das nun wieder in der der Pfännerhall zu suchen? Auch das Kon-Tiki von Thor Heyedal hat einen Bezug zu Braunsbedra bzw. zur Zentralwerkstatt Pfännerhall. Im April 1947 stach Thor Heyedal, mit seinem aus Balsaholz gebauten “Kon-Tiki” Floß, in See,um zu beweisen, dass die Besiedlung Polynesiens von Südamerika aus mit den technischen Begeben- und Möglichkeiten des präkolumbischen Perus möglich war. Er behielt damit Recht. Der gebürtige Gothaer, Dominik Görlitz, untermauerte seine These und erweiterte das Konzept. Dr. Dominik Görlitz baute ein Floß aus Polystyrol, dessen Bauart ganz den Vorlagen von vorägyptischen Felsbildern bzw. den seines Vorbildes Thor Heyedal entspricht. Mit dem Unterschied, dass Dr. Dominik Görlitz steuerbare Segel einsetzte. Er kam nicht nur von A nach B, sondern auch wieder zurück. Es gelang ihm bis nach Amerika zu reisen. Seine ersten Versuche unternahm er auf dem Geiseltalsee. Ein Nachbau der Dilmun IV steht nun in der Pfännerhall und gehört genauso zur Geschichte wie die anderen Exponate auch. Und wo wir nun schon beim Geiseltalsee sind, fahren wir auch direkt mal dorthin.

Geiseltalsee

Gerne wären wir an dieser Stelle mit dem Geiseltalexpress zum Geiseltalsee gefahren doch leider stand uns die Bahn nicht zur Verfügung. Sehr Schade, aber das können Sie ja dann ausprobieren. Mit dem Bus zum See zu fahren ist zwar nicht so schön, aber schließlich ist unser eigentliches Highlight ja die Floßfahrt mit “Ostboote”. Für die Fahrt mit einem Badefloß brauchen Sie keinen Bootsführerschein. Bis zu sieben Personen finden auf dem Badefloß Platz. Bei einer großen Runde auf dem See können Sie super entspannen. Zwischendurch können Sie ein kühles Bad nehmen. Vergessen Sie nicht Ihr Picknick mit aufs Boot zu nehmen. Genießen Sie Ihren Bootsausflug in vollen Zügen. Ein wenig “Kreuzfahrt like” gefällig? Dann mieten Sie sich ein Hausboot und verbringen Sie einen Tag mit Kind und Kegel auf dem Geiseltalsee. Inklusive SUP, Grill oder Musikbox. Wir genießen unsere kleine Tour mit dem Badefloß. Unser Picknick haben wir natürlich nicht vergessen und genießen unser kleines Menü auf dem Floß mitten auf dem See. Vom See aus geht es, nicht mit dem Boot aber mit dem Bus, in die Berg- und Rosenstadt Sangerhausen. Natürlich in das Europa Rosarium.

Sangerhausen mit Europa Rosarium und St. Ulrici

Das muss man einfach gesehen haben, wenn man Rosenliebhaber ist. Leider blühen zu dieser Zeit (Mai) nur wenige Wildrosen und die Pfingstrosen (Paeonia), die botanisch, aber nicht zu den Rosengewächsen gehören. Die Hauptblütezeit der Rosen ist im Juni. Aber der Park hat auch ohne blühenden Rosen seinen Reiz. Wie auch schon bei unserem ersten Besuch im Europa Rosarium machen wir einen kleinen Rundgang durch das Europa Rosarium, wobei wir nur einen kleinen Einblick des großen Ganzen bekommen. Der Park ist einfach zu groß, um alles in so einer kurzen Zeit zu erkunden. Schließlich möchten wir noch die Spezialität des Rosen Cafés probieren. Die Rosentorte. Ein anderer Kuchen überzeugt uns ebenfalls. Dieser ist angelehnt an den Bergbau und an die Pyramiden des Mansfelder Landes. Köstlich. Einen Überblick über die größte Rosensammlung der Welt bekommen Sie im Vorfeld schon auf der Homepage des Europa Rosariums. Da können Sie sich schon mal Geschmack holen für Ihren Besuch.

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Und wenn Sie schon einmal in Sachsen-Anhalt und in Sangerhausen unterwegs sind, machen Sie doch noch einen kleinen Abstecher in die Ulrichskirche. Sie gehört zu den ältesten kulturgeschichtlichen Bauwerken Sangerhausens. Ludwig II (Ludwig der Springer) ließ die Kirche St. Ulrici zwischen 1116 und 1123 errichten. Eines der ältesten Ausstattungsstücke in der Ulrichkirche ist der bronzene Taufkessel aus dem Jahr 1369. Bis 1539 war die Ulrichkirche katholisch. Mit Einführung der Reformation im Jahr 1539 wurde die Kirche evangelisch. Das Augustiner Männerkloster wurde aufgelöst. Das Kruzifix aus dem 15. Jh. und die Bibliothek kam in die Ulrichkirche. Heute ist die Bibliothek allerdings in der St. Marienbibliothek in Sangerhausen untergebracht. In der Kirche befindet sich eine Statue von Jutta von Sangerhausen. Sie widmete sich nach dem Tod ihres Mannes der Krankenpflege und lebte nach dem Vorbild der Nachfolge Christis in apostolischer Armut, trat allerdings nie in einen Orden ein. Zur Heiligsprechung kam es zu Lebzeiten Juttas von Sangerhausen leider nicht. Sicherlich sehen- und hörenswert ist die historische, romanische Orgel von 1852. 2021 war die St. Ulrichkirche übrigens Spielort des MDR Musiksommers auf der Straße der Romantik.

Von der Straße der Romantik geht es für uns weiter nach Stolberg in das schöne Romantikhotel FreiWerk. Das Romantikhotel FreiWerk ist für heute unser Nachtlager. Viel zu schön und gemütlich für nur eine Nacht. Ein idealer Ort zum Entspannen und Ausruhen. Oder aber auch für sportliche Aktivitäten wie zum Beispiel Wandern und Radfahren. Zum leichten abendlichen Wanderspaziergang geht es für uns nun auch. Schließlich werden wir gleich beim Abendessen im Naturresort Schindelbruch richtig verwöhnt. Vor dem Eingang des Naturresorts Schindelbruch werden wir zu unserem Abendspaziergang abgeholt. Über die Straße der Lieder bis hinauf auf den großen Auerberg zum Josephskreuz. Gotthilf Fischer kam bei einem Besuch des Südharzes und des Auerbergs auf die Idee einen Wanderweg zu schaffen. Einen Wanderweg mit Stationen zum Singen im Einklang mit der Natur. Auf diesem Weg gibt es 14 Liederstationen, wo die Liedtexte der Volksmusik auf Liedtafeln niedergeschrieben sind und zum Singen animieren sollen. Auch der jüngeren Generation gelingt es bestimmt fröhlich mitzusingen, denn Lieder wie “Hoch auf dem gelben Wagen” oder “Kein schöner Land in dieser Zeit” dürften noch heute von vielen Generationen gerne gesungen werden.

Oben auf dem großen Auerberg lässt mich der Anblick auf das Josephskreuz sofort an den Pariser Eiffelturm erinnern.

Josephkreuz

Das Josephskreuz wurde bereits im 17. Jh. urkundlich erwähnt. Damals noch ein hölzerner Turm, der aufgrund einer Untertunnelung einstürzte und aus Sicherheitsgründen abgerissen werden musste. Ein neuer Aussichtsturm aus Eichenholz, in Form eines gotischen Doppelkreuzes, wurde Jahre später erbaut. Dieser Turm war 26m hoch. Leider fiel er einem Blitzeinschlag zum Opfer und brannte bis auf die Fundamente nieder. Erst 1895 wurde in den Neubau des Josephskreuz eingewilligt. Dieses Mal sollte die Konstruktion aus Eisengittern bestehen. In Anlehnung an der Bauweise des Pariser Eiffelturms. Nun ist er stolze 38 m hoch und somit das größte eiserne Doppelkreuz der Welt. Auf dem Rückweg zum Naturresort Schindelbruch hören wir schon von Weitem Jagdhörner. Rufen die uns etwa zum Essen?

 

Naturresort Schindelbruch

Im Naturresort Schindelbruch werden wir herzlich in Empfang genommen. Wir sind heute Abend Gäste von Dr. Clemens Ritter von Kempski, Geschäftsführer des Romantikhotels FreiWerk und des Naturresorts Schindelbruch. Dr. Clemens Ritter von Kempski ist ebenfalls Geschäftsführer der Jagd- und Forstgesellschaft Stolberg/Harz mbH. Erst im letzten Jahr ist diese mit dem Zertifikat “Nachhaltige Jagd” ausgezeichnet worden. Die Kollegen der Jagd- und Forstgesellschaft geben uns eine kleine Vorführung in die Kunst des Jagdhornblasens bevor es zum Abendessen geht. Bei unserem vier Gänge Verwöhnmenü war für jeden etwas dabei. Vom Entrecote über Fisch bis hin zum vegetarischem Gericht. Eine erlesene Auswahl an Weinen wurde selbstverständlich passend zum Menü ausgeschenkt. “Entdecken. Genießen. Bewahren” Diese Philosophie ist Leitlinie und Richtschnur für den Schindelbruch. Das Naturresort Schindelbruch liegt mitten im Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz. Das beweist, dass auch ein Hotelbetrieb im Einklang mit der Natur handeln kann. Dazu gehört natürlich ein achtsamer Umgang mit den Ressourcen mit einem innovativem und nachhaltigem Konzept. Nicht umsonst ist das Naturresort Schindelbruch als GreenSign-Hotel zertifiziert und wurde mit dem Viabono-Umweltsiegel ausgezeichnet.

Mit gutem Gewissen Urlaub machen. Nicht nur Urlaub, sondern Wohlfühlurlaub mit allem drum und dran. Wellness, Sauna, Massagen etc. Exklusiv wurden in der Corona Zeit Private-Spa-Suiten mit finnischer Sauna und Badewannenwhirlpool entworfen und geschaffen. Ganz für die Extraportion Zweisamkeit oder aber einfach dem Gast ein Wellnessangebot zu schaffen, der dem Hygienegesetz bzw. Konzept von Corona entsprach.

Von der romantischen Zweisamkeit im Private-Spa des Naturresorts Schindelbruch geht es für uns nun zurück in unser schönes Romantikhotel.

Romantikhotel FreiWerk

Auch das Romantikhotel FreiWerk gehört zur Ritter von Kempski Privathotels GmbH und wird von Dr. Clemens Ritter von Kempski geführt. Wir fühlen uns sehr wohl in diesem sehr schönen Hotel, welches 1884 erbaut wurde. Erst kürzlich wurde das Romantikhotel allerdings komplett renoviert, saniert und aufwändig umgebaut. Hinzu kamen zu den schon bestehenden 16 Zimmern und Suiten noch 15 weitere exklusiv und modern eingerichtete Zimmer. Da das ursprüngliche Hotel auf einem Berg errichtet worden ist, wurde der Anbau des Hotels unterhalb des Hotels in den Berg gebaut. Der Stilbruch zum eigentlichen Bau des Hotels wurde gekonnt miteinander verbunden. “Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit” Zitat von Friedrich Schiller. Das Moderne mit dem Alten verbinden, das hat der Architekt gekonnt gemeistert. Von den Zimmern und von der großen Panoramaterrasse aus, haben Sie einen fantastischen Blick hinunter in das Thyratal. Ein wahres Naturparadies.

Kein Paradies ohne etwas zu Essen. Nicht nur einen Apfel bekommen wir im Restaurant 20zwanzig. Beim Frühstück beginnen wir unseren Tag auch mit einem Zitat: “Der Tag, der alles im Leben verändern kann, beginnt jeden Morgen neu!” (Autor unbekannt). Dann wollen wir mal schauen was uns heute erwartet.

Geschichtsträchtiger Südharz

Es geht per Bustransfer nach Tilleda. Genauer gesagt in das Freilichtmuseum Königspfalz Tilleda. Die Königspfalz ist eine Residenz, die zwischen dem 8.- und 13. Jh. von Kaisern und Königen genutzt wurde. Diese Pfalz gilt als bisher einziger, vollständig ausgegrabener, Platz dieser Art. Teile der Repräsentationsgebäude, Wehranlagen, Wohnhäuser, Werkstätten und technische Einrichtungen wurden aufwendig rekonstruiert. Wie in jedem Freilichtmuseum bzw. Erlebnismuseum, können Sie natürlich auch hier aktiv werden und sich zum Beispiel im Bogenschießen, im Weben, Schmieden oder Gießen etc. üben. Die Königspfalz liegt am Fuße des Kyffhäusergebirges, in der Mitte zwischen Nordhausen und Sangerhausen. In weiter Ferne sieht man von der Königspfalz aus das bekannte Kyffhäuser Denkmal.

Das Kyffhäusergebirge erklimmen wir zwar nicht aber es geht hinauf zum Questenberg. Eine Wanderung durch die Karstlandschaft im Südharz. Genauer gesagt durch das Biosphärenreservat “Karstlandschaft Südharz”.

Karstwanderweg im Biosphärenreservat

Zunächst einmal stellt sich die Frage: Was ist ein Biosphärenreservat? “Ein Biosphärenreservat ist eine national wie international bedeutsame Region, in der das Miteinander von Mensch und Natur beispielhaft bewahrt und gefördert wird.” (Auszug aus dem Ministerialblatt für das Land Sachsen-​Anhalt). Ein Biosphärenreservat trägt zur Erhaltung von Landschaften, Ökosystemen, Arten genetischer und biologischer Vielfalt, sowie zur natürlichen Entwicklung in den dafür ausgewiesenen Zonen bei. Das Biosphärenreservat “Karstlandschaft Südharz” trägt bei einer Größe von ca. 30034 Hektar insbesondere dazu bei. Wegen der besonders großen Löslichkeit von Gips nennt man die Karstlandschaft auch Gipskarstlandschaft. Die Gipskarstlandschaft, durch die wir hindurch wandern, weist eine sehr breite Vegetationsdecke, wie sie nur im Südharz, dem südlichen Harzvorland bis hin zum Kyffhäuser vorkommt, auf. Die Vielfältigkeit besteht in Erdfällen, Dolinen, Uvalas, Ponore oder Bachschwinden, Karstquellen, Abrissspalten, Gipsbuckellandschaften und Höhlen wie die Heimkehle sind typische Karsterscheinungen. Genauso wie die Gletschertöpfe, auf die wir bei unserer Wanderung mit unserer Rangerin auf den Questenberg stoßen. Für die Entstehung einer Karstlandschaft müssen genügend Wasser und wasserlösliche Gesteine wie Kalk, Anhydrit oder Gips vorhanden sein. Bei der Verkarstung entstehen in dem Gestein, durch die Versickerung von Wasser, Löcher. Der Karstwanderweg hat eine Gesamtlänge von 265 km. 45 km Karstwanderweg geht durch Sachsen-Anhalt. Nicht nur Streuobstwiesen kreuzen unseren Weg. In den weitläufigen Buchen- und Laubmischwäldern kommen wir an riesigen Bärlauchfeldern vorbei, die wir zunächst nicht sehen aber gut riechen konnten. Das Sammeln von Bärlauch in dem Biosphärenreservat ist allerdings strengstens untersagt. Wie Schade. Wie ein kleiner See wirkt die Doline auf unserem Weg. Eine mit wassergefüllte, trichterförmige Sinkhöhle. Auf dem Questenberg gönnen wir uns eine kleine Verschnaufpause, bevor es in die Heimkehle geht. Auf dem höchsten Punkt des Questenbergs steht ein etwa 10 m hoher aufgerichteter Stamm, an dem in einer Astgabel ein Kranz aus Birkenreisig hängt. Das ist die Queste. Dort findet jährlich am Pfingstmontag das Questenfest statt. Dabei wird der Kranz nicht, wie alle vermuten, abgebrannt. Dieser wird im Abstand von 10-15 Jahren ausgetauscht bzw. erneuert. Von hier oben haben wir einen wunderbaren Blick auf den Ort Questenberg. Auf geht’s in die Heimkehle.

Heimkehle

Die Heimkehle ist eine Schauhöhle, die im Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz liegt und die Sie unbedingt besuchen müssen, wenn Sie im Südharz Urlaub machen. Sie ist eine Gips-/Ganghöhle und etwa 2000 m lang. Davon sind 750 m begehbar. Was uns erwartet wissen wir noch nicht. Wir werden mit Helmen ausgestattet. Der Eingang ist ziemlich eng. Selbst ich, mit einer Größe von 160 cm muss stellenweise den Kopf einziehen. Was wir zu sehen bekommen ist einfach sagenhaft und toppt alles bisherige Gesehene. Wir gelangen zunächst in den “kleinen Dom”. Die Höhle wurde in der Zeit des Nationalsozialismus als Waffen-Produktionsstätte ausgebaut und genutzt. Viele KZ-Häftlinge wurden dort eingesetzt und verstarben. Heute erinnert die Höhle mit einem Schaubild daran. Eine Gedenkstätte für die KZ-Häftlinge wurde in der Höhle eingerichtet. Mystisch geht es durch das Höhlensystem weiter. Wir gelangen in den “großen Dom”. Der große Dom hat einen Durchmesser von rund 65 m und eine Höhe von 22 m. Ein Raunen geht durch die Höhle. Atemberaubend und durch die Lichtinstallationen einfach nur wunderschön anzuschauen. Die Heimkehle bietet vielen Fledermäusen ein Quartier. Beispielsweise dem großen Mausohr oder der kleinen Zwergfledermaus. Ziehen Sie sich bei Ihrem Besuch warm an, in der Höhle ist es sehr kalt. Eine wirklich angenehme Abkühlung, wenn es draußen sehr heiß ist. Eine Abkühlung bekommen wir auch bei unserer nächsten Aktivität. Es geht zum Kanufahren auf die Unstrut.

Echt Aktiv auf der Unstrut

Das Wetter schlägt um. Von Sonne zu Regen. Wir treffen uns vor der Schleuse Freyburg mit Jens Bellmann von Outtour – Saale-Unstrut erleben. Jens erwartet uns schon. Paddel und Schwimmwesten liegen bereit. Doch es regnet wie aus Eimern. Was nun? Eine Regenfront zieht über uns hinweg. Wir warten ab bis der Regen aufhört und starten dann ins Abenteuer Kanufahrt bzw. Schlauchboot. 11 Mann/Frau in einem Boot. Ob das gut geht? Unser Boot wird an der Schleuse Freyburg ins Wasser gelassen. Die Schleuse Freyburg ist eine denkmalgeschützte Schleuse in einem Schleusenkanal der Unstrut in Freyburg. Meine letzte Kanufahrt liegt schon ein paar Jahre zurück und war auf der Saale in Thüringen. Für mich war das leider nicht so ein schönes Erlebnis. Eigentlich wollte ich kein Kanu mehr fahren. Aber nun ja… Was kann mir schon großartiges passieren bei so viel Kompetenz in einem Boot. Es war eine sehr schöne Bootsfahrt. Wobei das Warten an der Schleuse schon einige Minuten in Anspruch genommen hat. In die Schleuse hinein. Warten bis das Wasser ausreichend gesunken ist. Und dann mit voller Kraft voraus. Es geht bis zum Campingplatz Blütengrund. Dank unseres Steuermanns Jens kommen wir heil an unserem Zielort an. Aufgrund der vielen Paddler konnten wir die Sache ganz ruhig angehen lassen.

Eine Paddelpause war für jeden von uns drin. Dort wo die Unstrut in die Saale fließt, endet unsere kleine Bootstour. Weiter geht es ins Hotel “Freylich & Zahn”. Unser Hotel für diese letzte Nacht auf unserer Kurzreise. Nach unserem aufregenden und vollgepackten Tag kommt nun ein wenig Ruhe in den Abend. Bei gutem Essen und Wein lassen wir den Abend ausklingen. Dabei testen wir den Weinautomaten des Hotels. Mit unseren Hotelkarten können wir an diesem Automaten entweder einen Schluck Wein oder ein Glas Wein verköstigen oder gar eine ganze Flasche. Es befinden sich ausgewählte Weine des Hotels in diesem Automaten. In der Regel trockene Weine. Leider befinden sich auch keine halbtrockenen Weine in dem Automaten. Liebliche Weine ebenso nicht. Die würden allerdings auch die Schläuche für die Verköstigungen verkleben. Zum Glück gibt es ja noch Servicepersonal, die einem die gewünschten Weine direkt servieren. Ganz automatisch geht es dann eben doch nicht, wenn es um Wein geht. Aber es ist eine nette Lösung für die späten Stunden, wenn der Service schon im wohlverdienten Feierabend ist. Da wir uns ja in einem Weinhotel befinden, finde ich persönlich die Minibar auf dem Zimmer am Besten. Ein gefüllter Kühlschrank mit verschiedenen Weinen. Na dann kann ja nichts mehr schief gehen! Der Abend ist jedenfalls gerettet.

Nach dem Wein kommt der Sekt

Nach dem Frühstück geht es in die Naumburger Wein- und Sektmanufaktur. Die erste deutschen Sektmanufaktur. Gegründet im Jahr 1824. Wir bekommen eine Führung durch den ältesten in den Felsen gehauenen Gewölbekeller mit einer ausführlichen Erklärung, wie die Hefe aus der Sektflasche gelangt. Nein, hier wird nicht schockgefrostet. Das Verfahren ist die gleiche wie die, die auch in Champagne benutzt wird, um den Champagner zu degorgieren. Dabei stehen die Flaschen bis zu 5 Wochen in einem Rüttelpult auf dem Kopf und werden täglich von Hand gerüttelt. Die Hefe sammelt sich dabei im Flaschenhals und auf dem Kronkorken. Nun werden die Kronkorken entfernt. Durch den Überdruck schießt, die im Flaschenhals abgesetzte Hefe aus der Flasche. Die auf dem Kopf stehende Flasche muss nun in Sekundenschnelle gedreht und neu verkorkt werden. Früher wurde das per Hand gemacht. Heute gibt es Maschinen dafür. Der ganze Vorgang passiert in in einem Bruchteil von Sekunden. Mit dem bloßen Auge kaum zu sehen. Das nennt man Warmdegorgieren. Beim Kaltdegorgieren kommen die Flaschenhälse in ein Eisbad, so dass die Hefe gefriert. Beim Entkorken wird der Eispfropfen rausgedrückt. Dieses Verfahren soll allerdings geschmackliche Veränderungen im Sekt hervorrufen. Natürlich dürfen wir auch hier ausgewählte Weine probieren. Eine kleine Showeinlage bekommen wir ebenfalls geboten. Falls Sie mal keinen Flaschenöffner bzw. Korkenzieher zur Hand haben, nehmen Sie doch einfach auch den Säbel. Klappt ebenso. Nach dem kurzen Einblick in die Naumburger Wein- und Sektmanufaktur dürfen wir nun einen kleinen Blick in das (noch nicht fertige) Planetarium in Halle werfen.

Planetarium Halle

Das Planetarium in Halle steht zwar noch nicht ganz, aber einen kleinen Einblick bekommen wir trotzdem. Die Bauarbeiten gehen voran. Die Eröffnung soll 2023 sein. Dirk Schlesier, Direktor des Planetariums Halle, ist zuversichtlich und erklärt uns bis ins Detail, wo was entsteht bzw. entstehen soll. Wenn Sie auch einen kleinen Einblick haben möchten, können Sie sich ja schon mal vorab im Netz informieren.

Wir wollen das Bauvorhaben nicht länger stören und werden am letzten Tag noch einmal aktiv. Auf einer Radtour auf dem Saaleradweg geht es, entlang der Saale, in Richtung Burg Giebichenstein. Leider bleibt uns nicht viel Zeit, so dass wir von dem Saale Radweg nicht mitbekommen. An der Giebichensteinbrücke ( Kröllwitzer Brücke) ist unsere Radtour leider schon vorbei. Die Kröllwitzer Brücke verbindet im Stadtgebiet Halle die Orte Giebichenstein und Kröllwitz. Nach der kurzen Fahrt kehren wir wieder zurück zu unserem Anfangspunkt, dem Dorint Hotel in Halle. Eine schöne aber anstrengende Reise liegt nun hinter uns, die wir hier, bei einem kleinen Imbiss, noch einmal Revue passieren lassen, bevor wir alle in unsere Heimat zurückkehren.

Kleiner Tipp:

Nehmen Sie sich Zeit im Urlaub, um die ganzen Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Halle ist eine sehr schöne Stadt für eine Sightseeingtour und zählt zu den grünsten Städten Deutschlands. Besuchen Sie Deutschlands einzigen Bergzoo. Radfahren liegt nach wie vor im Trend. Verbinden Sie Ihre Rad- oder Wandertour mit der Besichtigung unserer vorgestellten Sehenswürdigkeiten. Allerdings gibt es noch viel mehr zu sehen.

Weitere Infos:

Saaleradweg e.V.
Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH

Text und Fotos: Alexandra Rüsche

Alexandra Rüsche

Alexandra Rüsche ist Chefredakteurin von Reiseratgeber24. Als Reisejournalistin hat sie seit der Gründung des Mediums (2009) sehr viele Erfahrungen auf Pressereisen machen können. Ihre persönlichen Reiseerlebnisse schreibt sie sehr ausführlich und nutzt ihre langjährigen Erfahrungen in der Videoproduktion und Fotografie. Sie ist unter redaktion@reiseratgeber24.de erreichbar.

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