Donnerstag , 17. August 2017
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Geheimnisvolle Schlösser und Burgen in Rumänien

Rumänien ist ein Land mit äußerst wechselvoller Geschichte. Auf dem Boden der römischen Provinz Dakien entstanden, machten sich über die Jahrhunderte slawische, ungarische und deutsche Einflüsse in diesem Teil Südosteuropas bemerkbar. Es sind herrliche Schlösser und Burgen in Rumänien entstanden. Während die westlichen Teile des Landes, namentlich Siebenbürgen bzw. Transsylvanien, noch bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts zu Österreich-Ungarn gehörten, wurde das übrige Rumänien durch die osmanische Herrschaft geprägt, ehe im 19. Jahrhundert die Unabhängigkeit folgte.

Schlösser und Burgen in Rumänien

Diese west-östlichen Einflüsse spiegeln sich auch in den zahlreichen Burgen und Schlössern des Landes wider, von denen viele Baudenkmäler von europäischen Rang sind. Sie bieten gleichzeitig auch eine Zeitreise durch die Baugeschichte mit Baustilen von Romanik und Gotik bis hin zum Neohistorismus der Neuzeit.

Schlösser und Burgen in Rumänien
Quelle: gavia26210/pixabay.com – Schlösser und Burgen in Rumänien

Schlösser in und um Bukarest

Nimmt man die Hauptstadt Bukarest als Ausgangspunkt einer Burgen- und Schlösserreise durchs Land, so kann man gleich zu Reisebeginn mit Besichtigungen starten, denn die Kapitale hat selbst einiges zu bieten. Im Vergleich zu anderen Städten Rumäniens ist Bukarest relativ jung, die Stadt ist im wesentlichen im 19. Jahrhundert und danach groß geworden. Der um die Wende zum 18. Jahrhundert vor den Toren der Hauptstadt entstandene Mogosoaia Palast ist dabei noch eines der ältesten Schlösser. Der Königspalast – heute Nationales Kunstmuseum – und der Palast Cotroceni – heute Sitz des Staatspräsidenten – sind dagegen typische Bauten des 19. Jahrhunderts. Ebenso monströs wie pompös wirkt der Parlamentspalast, ein moderner Bau mit historischen Stilelementen, der als Casa Poporului – Haus des Volkes – noch in der Endphase der Ceausescu-Ära entstand.

Siebenbürgen – auch ein Land der Burgen

Besonders viele alte Burgen finden Reisende in Siebenbürgen. Dies hängt mit der ehemaligen Grenzlage des Landes als “westlicher” Vorposten gegen das Osmanische Reich zusammen, die viele Bollwerke erforderlich machte. Eine typische Erscheinung der Region sind die sogenannten Kirchenburgen, von denen es alleine mehr als 150 gibt. Sie bilden eine einzigartige Verbindung von Gotteshaus und Befestigungsanlage und sind bevorzugt zwischen dem 13. und dem 15. Jahrhundert entstanden. Sieben Kirchenburgen – Biertan, Câlnic, Dârjiu, Prejmer, Saschiz, Valea Viilor und Viscri – sind inzwischen sogar UNESCO-Weltkulturerbe.

Draculas Burg – Schloss Bran

Ebenfalls in Siebenbürgen – nahe Brasov (deutsch: Kronstadt) – liegt Schloss Bran, ein eindrucksvolles vieltürmiges Bauwerk aus dem 14. Jahrhundert in imposanter Lage, das Rumänien-Reisenden gerne als Draculas Burg präsentiert wird und ein Wahrzeichen Transsylvaniens ist. Historisch belegt ist die Verbindung zu Dracula nicht. Wesentlich mehr Anspruch darauf hätte die Burgruine Poenari rd. 130 Kilometer westlich von Bran, eine mittelalterliche Höhenburg, die inmitten von Wäldern atemberaubend auf einem schmalen Felsgrat liegt. Nicht nur die Atmosphäre des Ortes passt wesentlich besser, die Burg diente auch tatsächlich als Aufenthalt von Vlad Dracul, des Fürsten der Walachei, der das Vorbild zu Graf Dracula gab.

Filmreif – Schloss Hunedoara

Ein weiteres Kleinod Siebenbürgens ist Schloss Hunedoara am Rande der gleichnamigen Stadt. Das Schloss geht im Ursprung auf das 14. Jahrhundert zurück, weist unterschiedliche Baustile bis in die Neuzeit auf, präsentiert sich aber trotzdem in einheitlichem Erscheinungsbild. Wegen des pittoresken Äußeren wird Schloss Hunedoara gerne als Filmkulisse genutzt – sowohl für rumänische wie für internationale Produktionen.

Königliche Residenzen
– Schlösser Peles und Schloss Pelisor

Sinaia in den Südkarpaten ist seit jeher ein beliebter Erholungs- und Wintersportort in den Südkarpaten, rund 130 Kilometer nördlich von Bukarest gelegen. Auch die rumänischen Könige wussten die angenehme Atmosphäre des Ortes zu schätzen. König Carol I. ließ für sich selbst etwas außerhalb das Schloss Peles errichten und fungierte auch als Bauherr für das benachbarte Schloss Pelisor, das dem Thronfolger-Paar zugedacht war. Beide Bauwerke sind mit ihren Fachwerk-Elementen im typischen “Hohenzollern”-Stil gehalten und charakteristische Werke des ausgehenden 19. Jahrhunderts.

An dieser Stelle kann selbstverständlich nur eine kleine Auswahl an bemerkenswerten Schlössern und Burgen im Land präsentiert werden. Jeder Rumänien-Reisende ist gefordert, dort seine eigenen Geheimnisse zu entdecken.

Informationsquellen und weiterführende Infos
zu Schlösser und Burgen in Rumänien: