Donnerstag , 22. Juli 2021


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Schleswig-Holstein – Aber sicher! Traumhafte Tage im hohen Norden!

Eine Prise Reise-Optimismus gehört in diesen harten Zeiten der Lockdowns wohl dazu – aber ab sofort soll die Freude auf ihren Urlaub wieder beginnen. Schleswig-Holstein hat viele beliebte Reiseziele wie Hansestädte, Förden und Strände. Aber man findet auch wunderschöne Ecken abseits der Touristenströme, wo es sich herrlich „urlauben“ lässt.

Zwischen Wald und Wasser

Wir beginnen unsere Reise im Südosten Schleswig-Holsteins, im Herzogtum Lauenburg. Mit großen Waldgebieten, zahlreichen Seen sowie kleinen Flüsschen und vielen Bächen ist es die perfekte Süßwasser-Alternative zu Nord- und Ostsee. Wir beziehen unsere Zimmer im Hotel Seehof und werden von Herrn Schlichting, dem Hausherrn, mit einem „Seehof Cocktail“ willkommen geheißen. Die Gastgeberfamilie hat das Haus, einen alten Traditionsbetrieb, 2012 erworben und mit viel Liebe zum Detail komplett saniert. Das Haus hat sofort unser Herz gewonnen. Wir sehen durch die großen Fenster und verstehen, warum Herr Schlichting von „seiner Perle“ spricht. Zwischen langen Schilfhalmen führt ein kleiner Holzsteg in das Wasser des Küchensees, wo drei kleine Holzboote darauf warten, auf den See hinaus zu rudern.

Eine Schiefertafel informiert über die Wassertemperatur lädt uns zum Schwimmen ein. Aber da stimmt wohl etwas nicht so ganz, angeschrieben sind 23 Grad, tatsächlich sind es aber nur 11 Grad. Kein Problem für unsere tapfere Bettina, unerschrocken zieht sie ihren Badeanzug an und nimmt am Wettschwimmen mit drei Enten teil! Belohnung ist das wundervolle Abendessen: Auch vom Speisesaal geben die großen Fenster den Blick auf den See frei und der landestypische „Lauenburger Teller“ mit gebratenem Zanderfilet und regionalen Beilagen schmeckt großartig.

Gelebte Nachhaltigkeit mit Leib und Seele

So gut geschlafen haben wir schon lange nicht mehr. Der Nebel hängt noch schwer über dem See, als wir zum Gut „Groß Zecher“ nach Seedorf starten. Die Gutsanlage mit dem barocken Herrenhaus, auch heute noch im Familienbesitz, liegt direkt am Ufer des Schaalsees und wird durch zwei aufeinander zu laufende Zufahrtsalleen geprägt. Ein Nebengebäude, das ehemalige Inspektorhaus, wurde vor ca. 4 Jahren komplett saniert und kann für Seminare oder Hochzeiten gebucht werden (SEEminarhaus).

Bei der Sanierung wurde in höchstem Maße darauf geachtet, die landwirtschaftliche Architektur zu erhalten, aber klima- und unweltfreundliche Aspekte zu realisieren. Insbesondere bei der Einrichtung sind innovative Ideen umgesetzt worden, wie zum Beispiel die Teppichböden, die aus alten Fischernetzen gewebt worden sind.

Nun gehen wir mit dem Waldpädagogen Walter Pötz in den zum Gut gehörenden Wald, der Teil des Naturparks Lauenburgische Seen ist. Hier gehört der Wald noch ganz den Bäumen und den Tieren. Herr Pötz erklärt uns, wie wichtig die Rolle des Baumes im Zusammenhang mit dem Klimaschutz ist: Hier werden Douglasien als nicht-heimische Bäume aufgeforstet, viele der Buchen sind schon über 300 Jahre alt. Wir lernen, dass eine 80-jährige Buche pro Tag so viel CO2 bindet, wie ein Kleinwagen auf einer Strecke von 150 km ausstößt.

„Shinrin-Yoku“ – Balsam für Körper, Seele und Geist

Wörtlich übersetzt heißt dies „Eintauchen in die Atmosphäre des Waldes“. Dieser Trend kommt aus Japan und findet immer mehr Anhänger auch in Deutschland. Wo ausprobieren, wenn nicht hier? Kathrin Jost lässt uns einfach mal „grün“ machen und nimmt uns drei Stunden auf Entdeckungsreise mit in den Wald. Absolute Stille, nur das Rascheln einiger Waldbewohner und das Rauschen des Windes.

Wir suchen uns einen Baum, der uns aus irgendwelchen Gründen ganz persönlich gefällt und setzen uns darunter. Ich suche mir eine Buche aus, die an einem kleinen Abhang steht. Denn wenn ich meinen Blick nach oben richte, glitzern helle Sonnenstrahlen durch die Baumkronen. Kaum zu glauben, aber nur ein paar Minuten später stelle ich fest, dass ich ganz ruhig geworden bin, einen freien Kopf habe und sich ein absolutes Glücksgefühl eingestellt hat. Ich nehme mir fest vor, die Heilkraft des Waldes ab sofort auch zu Hause öfters zu genießen, einfach mal raus in die Natur und eine halbe Stunde die Welt ausschalten.

Mitten drin

Die Natur unmittelbar zu erleben ist in der heutigen Zeit, insbesondere für uns „Stadtmenschen“, ein wichtiges Freizeit- und Urlaubsmotiv. Deshalb fahren wir nach Waldhof auf Herrenland bei Mölln. Hier steht seit Mitte Oktober über den Winter ein „Green Tiny House“ auf dem Areal des Waldhofes. Die perfekte Symbiose: Ein wunderschöner Platz inmitten der Natur trifft auf eine moderne und nachhaltige Unterkunft. Jan Sadowsky, Geschäftsführer der Green Tiny Houses GmbH und Co. KG, lässt uns das Raumwunder besichtigen und erklärt: „Das Green Tiny House kann überall dort stehen, wo die Natur besonders ist.“ Denn: „Nachhaltigkeit muss ja nicht automatisch Verzicht bedeuten.“ Auf 22 stolzen Quadratmetern auf zwei Etagen hat man alles, was das Herz begehrt.

Aus Holz erbaut und mit Ostsee-Seegras gedämmt, komplett ohne chemisch-giftige Lacke und Klebstoffe. Unten gibt es eine durchdachte und gut ausgestattete Küche, ein Badezimmer mit einer sogenannten Weltraumdusche, die bis zu 90 % Wasser und bis zu 80 % Energie spart. Im Wohnzimmer sorgt ein Pflanzdepot mit Bogenhanf für gesunde Raumluft und ein mit Holz zu befeuernder Kaminofen für die Behaglichkeit. Die Treppe hoch können zwei Erwachsene in einem großen Doppelbett die Sterne beobachten und träumen. Highlight ist ein über die ganze Seitenbreite gehendes Panoramafenster, vom Sofa hat man sowohl das knisternde Feuer als auch die Natur voll im Blick. Wer möchte, für den steht sogar eine mobile Sauna gleich neben dem Haus, gerade für die kalten Wintertage ein ganz besonderes Erlebnis.

Life is a Beach!

Wir verlassen das Herzogtum Lauenburg und reisen weiter nach Priwall. Der Priwall ist eine kleine, etwa drei Kilometer lange Halbinsel an der Travemündung und gehört zum Ortsteil Travemünde, dem östlichsten Stadtteil der Hansestadt Lübeck. Durch die Grenzschließung zwischen der BRD und der DDR wurde der Priwall, da er zu Lübeck gehörte, nach dem zweiten Weltkrieg praktisch abgeschnitten – im Westen war die Trave, im Osten der Grenzzaun. Zum lebendigen Travemünde war der Priwall das Kontrastprogramm und lag bis vor ein paar Jahren im Dornröschenschlaf mit gemütlichen Kleingärten, Campingplätzen und hohen Bäumen.

Dann kam ein Investor aus Dänemark, um dem Priwall neue Luft einzuhauchen. Es entstand ein Ferienpark mit 16 freistehenden Dünenvillen im dänischen Stil, die sich perfekt in die Dünen einbetten. Und in allerbester Lage, direkt am Kai, stehen vier „Passatvillen“. Sie sollen an Schiffscontainer erinnern, und ragen teilweise auf Stelzen bis übers Wasser. Vor dieser Szenerie posiert stolz, aber ohne Segel, die 1911 bei Blohm & Voss in Hamburg erbaute Viermastbark „Passat“, dem Schwesterschiff der bekannten Pamir. Wie schön ist der Blick aus dem Fenster unseres Hotelzimmers des SlowDown Hotels, direkt auf die vor-sich-hin-dümpelnden Yachten, das imposante Schiff und die neu gestaltete Hafenpromenade, der sogenannten BeachBay!

Wie in einer anderen Welt

Nur einen kleinen Fußmarsch von fünf Minuten entfernt finden wir uns auf dem Alten Priwall wieder. Am Rande einer kleinen Siedlung mit alten Häusern besuchen wir die „Naturwerkstatt Priwall“ und schauen uns die im August 2020 eröffnete Dauerausstellung „Vogelleben zwischen Fluss und Meer“ an. Der südliche Priwall ist schon seit 1909 als Vogelschutzgebiet deklariert und seit 1998 wurde er zum Naturschutzgebiet erklärt. Hier fühlen sich Seeschwalben, Kibitze und andere seltene gefährdete Küstenvögel rundum wohl.

Auch wir wollen das in der Ausstellung gelernte in natura erleben und starten mit einem Biologen des Naturschutzvereins eine Führung in die Vogelwelt. Aber wir sehen nicht nur Vögel, sondern auch Schafe fühlen sich hier so richtig wohl und finden auf den weiten, saftigen Wiesen frische Gräser.

In der Ostseestation begrüßt uns später der Meeresbiologe Torsten Walter. „Fühlen, Anfassen, Fragen stellen“ – er hält nicht viel von Audio-Guides.

Neben lustigen „Verfehlungen“ einiger Journalisten, über die er sich köstlich amüsiert, erzählt er spannende Geschichten über die Bewohner der Ostsee – entgegen einer Berichterstattung wurde in der Ostsee noch nie ein Mensch von einem Hai gefressen! Es gibt hier nur Dornhaie, die dem Menschen nicht gefährlich sind und die leider oft als Schillerlocke auf dem Teller enden.

Wir beschließen unseren Tag dann am Fähranleger im Restaurant „Ahoi“ von Steffen Hensler.

Ein bunter Tisch mit Fish&Chips, bunten Bowls und Burgern rundet den Abend ab und wir sind in zwei Minuten im Hotel, wo wir in der lässigen Bar mit Wohnzimmer-Atmosphäre noch den wundervollen Tag am Kamin ausklingen lassen. Schwer beeindruckt sind wir von den großen „Pötten“, die mit einem lauten Signal auf sich aufmerksam machen, wenn sie direkt vor unserer Nase vorbei in den Hafen einlaufen.

Genussvolles Schleswig-Holstein

Wir wollen beim Essen bleiben und kehren zum Mittagessen im „ODINs“ ein. Mitglied im Verein FEINHEIMISCH, verbindet das Restaurant mit Inhaber und Chefkoch Oliver Firla, regionale Qualitätsprodukte und klassisches Handwerk zu einer modernen Frischeküche mit dem gewissen Extra. Die Lebensmittel kommen zum Großteil aus der direkten Nachbarschaft. Firla schwört: „Man muss die Region schmecken!“ Die Würze geben frische, wilde Kräuter, alles vom Fond bis zum Brot aus dem hauseigenen Holzbackofen ist selbstgemacht.

Im Angebot sind nur überschaubare fünf Bäckerei-Produkte nach dem Motto „Weniger ist Mehr“. Gastgeber Firla berät uns bei der Auswahl unserer Speisen (wir wählen den Schleibutt mit Kartoffeln, frisch vom Fischer Ross angeliefert) und verrät: „Ich lasse die alten Rezepte meiner Großmutter, mit denen ich groß geworden bin, wieder auferstehen.“ Wir verstehen, dass die Einheimischen hier morgens auch ihre frischen Brötchen kaufen gehen. Wir müssen leider noch mal nach fassen, es war zu lecker! „Aber gerne!“, freut sich Firla.

Urlaubsparadies Reetdorf

Am Ausgang der Flensburger Förde liegt die Geltinger Birk, das größte Naturschutzgebiet Schleswig-Holsteins. Landschaftlich geprägt ist sie durch weitläufige Wasserflächen, wie zum Beispiel dem Geltinger Noor, Salz- sowie Seegraswiesen und Dünen. Wir kommen erst einmal an: Auf einem ehemaligen Bundeswehrareal haben Marion und Norbert Essing ihren Traum realisiert – ein Spaziergang entlang der Geltinger Birk war schuld. Die Architektin war entbrannt von der Lage und hatte die Idee „ein Dorf mit Reetdächern auf Fünf-Sterne-Niveau im Stil des Landes zu erbauen“.

Sie und ihr Mann kauften das verwahrloste Stück Land. Am Ende sollen 48 Häuser alle mit Blick auf das Naturschutzgebiet und die Ostsee entstehen. „Ich habe mir einen Plan genommen und so lange hin und her geschoben, bis jedes Haus einen unverstellten Blick hat“, erzählt Marion Essing. Drei Häusertypen sind im Angebot, welche durch einheimische Handwerker realisiert wurden. Eine Photovoltaikanlage auf dem Hauptgebäude produziert einen Großteil des Stroms, ein unterirdisches Heizsystem mit speziellen Wärmetauschern in den einzelnen Häusern sorgt für warmes Wasser und Heizung.

Für den Bau wurden Naturmaterialien wie Kalkfarben, Reet oder Keramik und Holzböden verwendet, um vor allem „wegen der Nähe zum Naturschutzgebiet naturnah“ zu bauen. Wir beziehen zwei der Häuser und finden jeglichen Komfort vor, den man sich vorstellen kann – sogar eine eigene Saune in jedem Haus und ein Gasgrill auf der Veranda. Für den Abend ist mit Feuerholz gesorgt mit der Bitte, es sich am Kamin gemütlich zu machen! Die Häuser stehen so weit voneinander entfernt, dass niemand den Eindruck hat, jemand anderem zu Nahe zu kommen, genügend Platz für die Privatsphäre.

Leuchtturm Falhöft

Wir möchten abseits von den Straßen die eindrucksvolle Natur pur erleben und mieten uns Fahrräder. Ich bin im bergigen Bayern schon lange nicht mehr Rad gefahren, aber gelernt ist gelernt! Ziel ist der Leuchtturm Falhöft. Ein Leuchtturm, wie er im Buche steht! Rot-weiß gestreift ragt der gusseiserne Riese gut sichtbar 25 Meter in die Höhe.

Früher diente er – wie so alle Leuchttürme – als Orientierungsfeuer für Schiffe, die die Geltinger Bucht und Flensburger Förde passierten und warnte vor Untiefen. Am 01. März 2012, nach 92 Jahren im Einsatz, schickte man ihn in seine wohlverdiente Rente. Wir steigen die Eisentreppe empor und haben einen gigantischen Rundum-Blick über die Geltinger Birk, sogar bis nach Dänemark!

Darf´s ein wenig Meer sein?

Wir machen einen kurzen Abstecher nach Friedrichsstadt, wo der Geist der Holländischen Stadtgründer noch zu spüren ist.

Idyllische Grachten runden das pittoreske Stadtbild ab. Man fühlt sich wie in Klein-Amsterdam.

Büsum

Dann das Kontrastprogramm: Spaziergang auf dem Deich in Büsum. Früher als „Rentnerparadies“ bekannt, braucht sich das heutige Büsum nicht zu verstecken. Hier gibt es keine heimeligen Kanäle wie in Friedrichstadt, der Blick kann offen endlos über das Wattenmeer schweifen. Wir können das Weltkulturerbe Wattenmeer unmittelbar erleben – die reine Luft und die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Für ein sicheres Leben an der Küste ist der Deich auf einer Länge von 2,7 Kilometern verstärkt und modernisiert worden.

Zunächst zeigt sich uns das gewohnte Bild: grüner Rasen, weiße Strandkörbe, blauer Himmel, weite Nordsee. Dann erkennen wir, dass mehr dahintersteckt. Breitere Promenaden zum Flanieren und neue Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen ein. Auch das Herzstück, die Watt-Tribüne am Hauptstrand wurde neu gestaltet. Optisch an die Struktur des Wattbodens angepasst führt eine 16 Meter breite Treppe direkt ins Watt und in den Boden eingelassene Leuchten weisen den Weg in der Dämmerung. Auf dem weitläufigen Grünstrand leuchten die weißen Strandkörbe im Wettstreit mit der glitzernden Sonne um die Wette.

Wir haben Hunger und sind mit Momme Claußen, einem Büsumer Original und Wattpräsident, bei Fisch-Möller verabredet. Wir genießen ein leckeres Krabbenbrötchen (natürlich mit fangfrischen Krabbentieren vom Kutter „Maret“ der Familie Möller) und „Momme“ nimmt uns mit zu einem Bummel im historischen Fischereihafen. Warum wundert es uns nicht, dass er jedes Schiff (angefangen mit der ACHAT) und dessen Kapitän mitsamt Besatzung kennt?

Wir kommen kaum voran, stolz stellt er uns vor und schnackt noch eine Runde… . Er erzählt uns, dass zurzeit 22 Kutter in Büsum zur See fahren. Leider werden die Krabben aber kaum mehr vor Ort gepult, sondern erst einmal nach Marokko oder Polen geschafft, dort gepult (die Arbeitskräfte sind dort erheblich günstiger) und dann wieder zurückgebracht. Er hofft, dass eine neue Pul-Technik nach Büsum kommt: Krabben-Pulen leichtgemacht mit Ultraschall, der Panzer löst sich durch die Wellen auf. So könnte man den Krabben-Preis wieder interessant machen und müsste die Krabben nicht mehr teuer hin und her fahren.

Regional Schlemmen

Wir schlendern weiter durch die Stadt und lassen uns durch die Geschäfte treiben. Wir kommen nicht umhin, uns einen Eisbecher im MUKU zu gönnen.

Mit frischer Vollmilch von glücklichen Kühen vom Nordstrand, echten Früchten und hochwertigen Zutaten essen wir hier ein Eis, was uns dahinschmelzen lässt! Wo ist da noch Platz für das Abendessen, fragen wir uns?

Denn wir haben schon einen Tisch reserviert in „Kolles Alter Muschelssal“. Das Restaurant gehört schon seit 1920 fest zu Büsum und ist für seine hervorragende Küche bekannt. Im Sommer 2020 entstand zudem ein Hotelan- und neubau mit 24 modernen Doppelzimmern. Die Themen Nachhaltigkeit und Wattenmeer stehen hier ganz vorne. Kein Wunder, denn Geschäftsführer und Koch Karl-Heinz Kolle ist mit ganzer Seele einer von drei Seehundjägern in Büsum und dem Nationalpark sehr verbunden.

Beim Abendessen müssen wir der Sache nachgehen, denn wir können uns so gar nicht vorstellen, was ein Seehundjäger eigentlich so macht. Kolle klärt uns auf: „Der Seehund ist eines der größten Raubtiere Deutschlands. Bis 1974 durften sie auch gejagt werden, heute aber nicht mehr.“ Leider müssen sich die Tiere heute den Strand mit den Touristen teilen und das führt immer wieder zu Problemen. Seehunde seien nicht aggressiv, meist sind Konfrontationen auf das Nichtwissen von Touristen zurückzuführen, die bedenkenlos auf die Tiere zugehen.

Kolle erklärt weiter: „Im ersten Lebensjahr sterben ungefähr 50 % der Heuler. Meist werde ich gerufen, wenn ein Heuler getrennt von seiner Mutter gefunden wird – dann bringen wir ihn in die Seehundstation nach Friedrichskoog. Oder aber ein Tier ist krank oder verletzt, dann müssen wir über sein Schicksal entscheiden.“ Ein Seehundjäger ist also primär für den Schutz dieser außergewöhnlichen Tiere zuständig und leistet einen hohen Beitrag für dessen Fortbestand.

Und noch zur Klärung des Names „Alter Muschelsaal“: Um die Jahrhundertwende kamen die ersten Kurgäste nach Büsum. Allerdings wollten die einheimischen Fischer nichts mit ihnen zu tun haben und in ihrem Lokal unter sich bleiben. Eines Tages sollte renoviert werden und der Malermeister hatte in Hamburg zig-tausend Muscheln „entdeckt“ – so wurden die Wände des Clubraums mit Muscheln ausgestattet. Klar, was dann folgte: Die Gäste wollten nur noch im „Muschelzimmer“ speisen, so dass auch das hintere Zimmer mit Muscheln hergerichtet wurde.

Und auch heute ist wie jeden Abend ein ganz besonderer Gast zugegen: Die Mutter von Karl-Heinz Kolle, die gerne aus dem Nähstübchen plaudert und von heißen Tanzfesten im Clubraum erzählt: „Da landete dann schon mal der Büstenhalter im Kronleuchter“, lässt sie die vergangenen Tage mit leuchtenden Augen wiederaufleben.

Adressen:

Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein GmbH (TA.SH), Wall 55, 24103 Kiel, Telefon +49 (0)431 6005840, E-Mail: business@sht.de, www.sh-tourismus.de

Hotel „Der Seehof“, Lünebürger Damm 1-3, 23909 Ratzeburg, Telefon +49 (0)4541 860101, E-Mail: info@der-seehof.de, www.der-seehof.de

Gut Groß Zecher, Lindenallee 15, 23883 Groß Zecher, Telefon +49 (0)4545 851401, E-Mail: kontakt@gutgrosszecher.de, www.kutscherscheune.de

www.greentinyhouses.com/herzogtumlauenburg, Ansprechpartnerin Frau Natascha Pätzold, E-Mail: paetzold@hlms.de
SlowDown Hotel Travemünde, Priwallpromenade 20, 23570 Travemünde, www.slowdown-travemünde.de

Naturwerkstatt Priwall, Fliegerweg 5-7, 23570 Lübeck, Telefon +49 (0)4502 9996465, www.dummersdorfer-ufer.de

Ostseestation Travemünde, Priwall, Passathafen, Priwallpromenade 29-3, 23570 Travemünde, www.ostseestation-travemünde.de

Restaurant „Ahoi“ (Steffen Hensler), Priwallpromenade 1, 23570 Lübeck, Telefon +49 (0)4502 7809810, www.ahoisteffenhensler.de

ODINs historisches Gasthaus, Haddebyer Chausse 13, 248666 Busdorf, Telefon +49 (0)4621 850500, www.odins-haddeby.de

FEINHEIMISCH Genuss aus Schleswig-Holstein e. V., Wall 55, 24103 Kiel, Telefon +49 (0)431 98654877, www.feinheimisch.de

Reetdorf Geltinger Birk, Sandkoppel 2, 24395 Bieby, Telefon +49 (0)4643 9999060, www.ostsee-reetdorf.de

Integrierte Station Geltinger Birk, Falshöft 1, 24395 Nieby, telefon +49 (0)4643 1860910, www.geltinger-birk.de

Fischgeschäft Möller, Am Fischereihafen 10, 25751 Büsum, Telefon +49 (0)4834 938080, www.fisch-moeller.de

MUKU – Eiscafé Büsum, Alleestraße 50, 25761 Büsum, Telefon +49 (0)4842 353, E-Mail: moin@muku-eis.de, www.muku-eis.de

Hotel & Restaurant „Kolles Alter Muschelssal“, Hafenstraße 25-27, 25761 Büsum. Telefon +49 (0)4834 2440, E-Mail: info@hotel-alter-muschelsaal.de, www.hotel-alter-muschelsaal.de

Text:

Aniko Berkau

Fotos:

Matthias Dikert/reisegala.de

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