Donnerstag , 29. Oktober 2020


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Teuflischer Ausflug in die Eifel

Wer in den Sommerferien aufgrund der momentanen Situation lieber zu Hause bleiben möchte, kann sich dennoch ein wenig auf Abenteuer freuen. Ein lohnenswerter und auch nicht allzu teurer Freizeittipp ist die Eifel. Wer gerne wandert, ist hier genau richtig. Der Naturpark “Teufelsschlucht” hält eine Menge Spaß für große und kleine Abenteurer bereit. Seit dem 21. Mai sind auch hier wieder die Tore geöffnet.

Besuchen können Sie im Naturpark die Imkerei, die Wildkräuterwerkstatt sowie den Dinopark. Die Wanderwege der Teufelsschlucht sind für Naturliebhaber ein wahrer Genuss.

Dinosaurierpark Teufelsschlucht

Für Familien mit großen und kleinen Kindern bietet der 2015 neu eröffnete Dinosaurierpark eine Menge Mitmachspaß. In dem großen Themen- und Erlebnispark zur Erdgeschichte gibt es viel zu Entdecken. 150 lebensgroße, Rekonstruktionen ausgestorbener Tierarten “wohnen” dort im Wald zwischen den Bäumen. Teilweise muss man schon mal genauer hinsehen, um auch die kleinen/großen Tierchen zu finden. Bringen Sie sich Zeit mit denn die Kinder sind hier schon eine Weile beschäftigt. Auch “Hans Guck in die Luft” sollte nicht fehlen. Auch von Oben lauern die Urzeittiere.

Forschercamp Dinosaurierpark

Eine Mitmach Aktion für die ganze Familie bietet das Forschercamp im Dinosaurierpark Teufelsschlucht. Hier können Forscher, egal ob Kind, Jugendlicher oder Erwachsener die Urgeschichte aktiv erleben. Der Kreativität und der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Außer dem Forschercamp gibt es noch weitaus mehr zu entdecken. Da gilt es Rätsel zu lösen und Schätze zu bergen. Auch eine Quiz-Rallye durch den Park lässt den Aufenthalt bestimmt nicht langweilig werden. Weitere Infos erhalten Sie hier https://www.dinopark-teufelsschlucht.de/. Die Wege des Dinosaurierparks Teufelsschlucht liegen größtenteils im Schatten der Bäume bzw. des Waldes und bieten auch an heißen Sommertagen ein ideales Ausflugsziel. Der einzige Nachteil bei dem Ganzen sind die Imbisspreise. Günstig ist das für eine Großfamilie nicht wirklich. Wer also ein wenig aufs Geld achten möchte, sollte sich einen Picknickkorb packen. Im Park stehen ausreichend Picknicktische und -bänke zur Verfügung. Absolut erwähnenswert ist das Konzept “Reisen für Alle”. Der Park wurde 2017 mit dem Zertifikat “Barrierefrei für Menschen mit Gehbehinderung” ausgezeichnet. Bei der Errichtung des Dinosaurierparks Teufelsschlucht wurde insbesondere darauf geachtet, dass Familien mit Kindern (Kinderwagen) und Gehbehinderte (Rollstuhl) es so angenehm wie möglich haben. Natürlich muss man sich auch hier auf ein paar kleine Hindernisse einstellen, denn die Wege sind weitgehend naturbelassen und nicht asphaltiert. Das heißt ein wenig bergauf und bergab, geht es auch hier.

Teufelsschlucht

Wer schon früh unterwegs ist und nach dem Dinosaurierpark Besuch noch Zeit und Lust hat, sollte sich noch das Naturschauspiel in der Teufelsschlucht anschauen. Wir haben uns die Zeit genommen und sind durch die Sandsteinfelsenlandschaft gewandert. Die Bilder können gar nicht das zeigen, was die Natur und Felsformationen auf unserem Weg zu den “Irreler Wasserfällen” ausstrahlen. Man kommt sich vor wie im Mittelalter. In diesen Wäldern könnte Robin Hood gejagt oder Merlin gezaubert haben. Mit viel Fantasie, und die hatte ich, sieht man in den Felsformationen Fabelwesen wie die “uralte Morla” aus der Unendlichen Geschichte oder Drachenkörper. Schrumpelige Gesichter schauen auf einen hinunter. Bäume erobern kahle Steine. Es gibt beeindruckende Höhlen und Löcher zu bestaunen, die sich mit der Zeit im Sandsteinfelsen gebildet haben. Es geht über Stock und Stein immer weiter bergab. Wanderschuhe sind ratsam, denn die Wege sind mitunter sehr beschwerlich. Die Treppen und Stufen bestehen aus Felsen und Baumwurzeln. Man muss halt “teuflisch” aufpassen. Enge Schluchten, durch die man hindurch muss, und auch umgestürzte Bäume machen den Weg zwar etwas beschwerlicher, aber auch abenteuerlicher. Mich hätte es auch nicht gewundert einem Wolf zu begegnen. Halt ein richtiger Märchenwald.

In der Teufelsschlucht sind die Wege nicht immer einfach zu begehen.

Auf felsigen Wegen geht es durch die Teufelsschlucht.
In der Teufelsschlucht schauen einen von allen Seiten bizarre Gesichter aus Sandstein an.
Urige Gesteinsformationen entführen einen in eine Märchenwelt
Umgestürzte Bäume in der Teufelsschlucht zeigen die wahren Naturgewalten
Naturbelassene Wege zeigen auch die Naturgewalten in der Teufelsschlucht

Die Felsen in der Teufelsschlucht bestehen aus Sandstein

"Teufelszeug" in der Teufelsschlucht? Sieht so aus als ob der Baum das Hinweisschild verspeist
So holt sich die Natur ihren Lebensraum wieder.
In der Teufelsschlucht kann es auch mal eng werden an manchen Stellen.

In der Teufelsschlucht geht es mal steil bergab oder bergauf je nachdem

Irreler Wasserfälle

Ein klein wenig enttäuscht wurden wir bei den “Irreler Wasserfällen”. Der Weg dorthin war sehr aufregend und abenteuerlich. Doch wer hier Wasserfälle wie aus einem Winnetou Film erwartet, wird leider enttäuscht. Es sind eher Stromschnellen, die zwar sehr beeindruckend sind, aber halt keine Wasserfälle wie wir sie uns mit einer regen Phantasie vorstellen (oder auch nur ich). Da wurde ich leider von der Realität eingeholt. Meine Märchenwelt zerplatzte, aber nur für einen klitzekleinen Augenblick. Vielleicht lag es aber auch am Niedrigwasser zu der Zeit, als wir dort waren.

Die Irreler Wasserfälle gehören zu den touristischen Anziehungspunkten des Naturparks Südeifel und stehen in direktem Zusammenhang mit der Teufelsschlucht. Deutlich beeindruckender ist das Schauspiel natürlich bei Hochwasser. Nichtsdestotrotz sind die “Irreler Wasserfälle” ein Ort mit einer ganz besonderen Atmosphäre. Trotz des wilden Durcheinanders von Felsen und Wasser geht etwas beruhigendes von diesem Ort aus. Wir lassen uns auf einem der mächtigen Gesteinsformationen in der Prüm nieder und genießen die Pause nach dem Marsch. Meine Märchenwelt ist wieder da.

Deutlich anstrengender war auf jeden Fall der “Aufstieg” zu unserem Ausgangspunkt. Da ging es dann zum Ende noch einmal richtig zur Sache bzw. durch enge Schluchten. Mit ein paar Kilos zu viel auf den Rippen wurde es so manches Mal, im wahrsten Sinne des Wortes, richtig eng. Nicht nur die felsige Schlucht wurde erklommen, sondern auch die steilen Stufen wieder hinaus aus der Schlucht. Aber keine Angst, auch als ungeübte “Sportler” oder “Kletterer” ist der Weg gut zu schaffen. Am Ende des Tages hatten wir einige Kilometer auf dem Schrittzähler, einen wunderschönen Tag und konnten uns ohne schlechtes Gewissen aufs Essen freuen.

Unbedingt wiederholungsbedürftig und empfehlenswert.

Die Irreler Wasserfälle sind entstanden aus dem Felsgestein der Teufelsschlucht

Der wilde Fluss Prün in der Teufelsschlucht

Text: Alexandra Rüsche
Bilder: Sven-Oliver Rüsche/Alexandra Rüsche

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