Donnerstag , 17. August 2017
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Großsegler ‚Eye of the Wind’ im Sommer auf historischer Spurensuche

 

 

Windjammer seit 101 Jahren unterwegs auf allen Weltmeeren

Antigua, Bermuda und die Azoren – nicht nur paradiesische Reiseziele, die den Traum vom Fernweh und vom Abenteuer Seefahrt immer wieder aufs Neue wecken, sondern auch drei von vielen Orten, die der historische Windjammer ‚Eye of the Wind’ in diesem Jahr besuchen wird. Hamburg, Kiel, Kopenhagen und Göteborg stehen als „Häfen vor der Haustür“ ebenso auf dem Törnplan der stolzen Brigg wie Teneriffa, die Kanalinsel Jersey oder Saint Barthelemy in der Karibik.
Wikinger, Piraten und Hansezeit: Entdeckertouren auf der Ostsee Seit mittlerweile 101 Jahren kreuzt der seetüchtige Zweimaster nun schon über alle Weltmeere. Die diesjährigen Sommer-Reisen im Segelrevier der Westlichen Ostsee
führen zu den unterschiedlichsten Schauplätzen. Anfang Juli werden zwischen Kopenhagen und Göteborg zunächst Kultstätten der Wikinger rund um das Kattegat besucht, bevor die Stammbesatzung und ihre Mitsegler wie einst Störtebeker und seine Freibeuter als „Ostseepiraten“ in See stechen. „Auf den Spuren der Hanse“ entdecken alte Fahrensleute und junge Seebären zwischen Kiel und Rostock die Hafenstädte des einstmals mächtigen Kaufmannsbundes. Diese beiden Reisen dienen zugleich als Zubringer- bzw. Abschlusstörn zur Hanse Sail Rostock, die mittlerweile im Törnplan der ‚Eye of the Wind’ fest etabliert ist.

Trans-Atlantik und Karibik: Auf den Spuren von Christoph Columbus 

Das Winterhalbjahr beginnt für die hochseetaugliche ‚Eye’, wie sie von Schiffsliebhabern und ihren zahlreichen Freunden genannt wird, mit einer Überführung auf die Kanarischen Inseln. Erst nach dem Ende der Hurrikan-Saison wird der Nordatlantik überquert, bevor Captain und Crew Kurs auf Saint Martin nehmen, von wo aus ein- und zweiwöchige Törns durch die karibische Inselwelt angeboten werden. Angetrieben von milden Inselwinden gilt und weitere Perlen der Antillenkette zu entdecken. Mitsegler sind jederzeit an Bord willkommen – seglerische Vorkenntnisse sind für eine Reise-Teilnahme übrigens nicht notwendig.

Ein Schiff als attrAKTIVER Seminarraum

Bereits im dritten Jahr werden mit der ‚Eye of the Wind’ hochwertige Führungskräftetrainings und Manager-Seminare auf See durchgeführt. Unternehmer und interessierte Führungspersonen aus allen Bereichen des Berufslebens lernen hier, was es
tatsächlich bedeutet, wenn „alle im selben Boot sitzen“ und „am selben Strang ziehen“. Aber auch was zu tun ist, wenn mal eine „Sache aus dem Ruder läuft“. Schließlich gilt für „Industriekapitäne“ und Schiffs-Nautiker gleichermaßen, dass das Führungspersonal auf der Kommandobrücke nur so stark ist wie die Besatzung. Mit der Erfahrung aus über 100 durchgeführten Trainings mit mehr als 800 zufriedenen Seminarteilnehmern ist die FORUM Media Group der kompetente Partner für
zielorientierte Teambuilding-Maßnahmen auf See.

‚Eye of the Wind’ und ‚Titanic’ – nahezu zeitgleicher Stapellauf

Vor 100 Jahren ereignete sich der tragische Untergang der ‚Titanic’ mit 2224 Menschen an Bord, von denen nur 711 gerettet werden konnten. Die Tragödie, die als bedeutendster und bewegendster Moment der Schifffahrts-Geschichte gilt, gab weltweit den Impuls zu umfangreichen Verbesserungen der Sicherheit auf See. Auch die ‚Eye of the Wind’ ist heute nach modernsten Sicherheits-Standards ausgerüstet; zudem gilt natürlich nach wie vor die alte Seemannsregel „eine Hand für dich – eine Hand für das Schiff“. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass die ‚Eye of the Wind’ und die ‚Titanic’ aus derselben Epoche stammen und zur selben Zeit in unterschiedlichen Werften auf Kiel gelegt worden waren. Der Stapellauf der beiden Schiffe erfolgte im Abstand weniger Wochen im Mai bzw. Juli 1911.  Am 15. April, dem 100sten Jahrestag des ‚Titanic’-Dramas, hat die ‚Eye of the Wind’ ihrerseits die Gewässer des Nordatlantiks befahren – allerdings mehr als 2000 Seemeilen
südöstlich der Unglücksstelle und somit weitab jeglicher Gefahr einer Eisberg-Kollision.

Ein Hauch von Hollywood weht durch die Takelage

Als Toppsegelschoner auf der Lühring-Werft in Brake an der Unterweser gebaut, wurde das Schiff zunächst auf den Namen ‚Friedrich’ getauft und in der Frachtschifffahrt eingesetzt. Nach mehreren Eignerwechseln und Namensänderungen, einer Strandung und einem Brand im Maschinenraum schien das Ende des Schiffes im Jahr 1970 unausweichlich. Stattdessen begannen Segelschiffs-Enthusiasten damit, den Rumpf komplett neu aufzuriggen. 1973 war der Zweimaster unter seinem neuen Namen ‚Eye of the Wind’ dann bereit, großen Abenteuern auf See entgegen zu fahren. Einer Umrundung des Globus folgte die Expeditionsreise „Operation Drake“ unter der Schirmherrschaft  Seiner Königlichen Hoheit Prince Charles.
Die majestätische Erscheinung des Großseglers erregte in der Filmbranche Aufmerksamkeit, und so trotzte die ‘Eye of the Wind’ auch vor der Kamera wilden Stürmen, strandete, brannte aus und sank. Namhafte Hollywood-Stars wie Brooke Shields
und die beiden Oscar ® -Preisträger Tommy Lee Jones und Jeff Bridges nahmen auf dem Schiff das Steuerrad in die Hand. In „White Squall / Reißende Strömung“ (1996) und anderen Abenteuerstreifen diente die segelnde Hollywood-Diva als Handlungsschauplatz und Filmkulisse.

Dem Burn-out aktiv davon segeln

In einer Welt, die sich immer schneller zu drehen scheint, finden Mitsegler an Bord einen Ort der Ruhe, an dem sie die Informationsflut und die Hektik des Alltags im Kielwasser des Schiffs hinter sich lassen können. In der Segelsaison 2012 wird die „alte Lady“ erneut viele Hunderte Seemeilen auf dem Nordatlantik, im Englischen Kanal und auf der Ostsee zurücklegen. Jede einzelne Reise ist dabei zeitlich so konzipiert, dass Stress und Hektik keine Chance haben. Im Einklang mit Wind und Meer werden im Bordalltag die individuelle Entschleunigung und die Entdeckung der Langsamkeit aktiv gefördert – Erholung und Tiefenentspannung sind garantiert und gewollt. Klimafreundlich reisen: Windenergie als Hauptantrieb
Vor der Verbreitung der Dampfschifffahrt und der Einführung des Dieselmotors auf Schiffen war die Fahrt mit Hilfe des Windes die einzige Möglichkeit, weite Strecken über See zurückzulegen. Von „erneuerbaren Energien“ war in diesem Zusammenhang seinerzeit keineswegs die Rede. Doch im heutigen Zeitalter ist die Fortbewegung per Segelschiff nicht mehr nur unter nostalgischen Aspekten zu betrachten, sondern ist als ernstzunehmende, Klima schonende Alternative des sanften Reisens anzuerkennen. Sofern die Windverhältnisse es zulassen, werden auch mit der ‚Eye of the Wind’ so viele Seemeilen wie möglich ohne Hilfe des Motors und damit nahezu frei von CO2-Emissionen zurückgelegt.

 

 

 

Bilder: FORUM train & sail

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