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Mit den Kranichen in den Sonnenaufgang

Wenn die Tage langsam kürzer werden und sich das Laub bunt färbt, bricht in der Prignitz der Herbst an. Als eine der urtümlichsten Naturlandschaften Deutschlands ist die Prignitz ganz besonders zu dieser Jahreszeit ein Paradies für ruhesuchende und naturverbundene Urlauber.

Mystische Orte wie die Moorlandschaft bei Rambow verbreiten vor allem in den frühen und späten Stunden des Tages eine ganz besondere geheimnisvolle Atmosphäre. Das Rambower Moor wurde 2014 von der Heinz Sielmann Stiftung unter 18 Moorlandschaften zu Deutschlands schönstem Naturwunder gekürt. Artenreiche Feuchtwiesen mit Orchideen und Wollgras, dichte Schilfgürtel, ein flacher Moorsee sowie seltene Brut-, Rast- und Zugvögel können hier beobachtet werden. Abends, wenn die nebelschwadigen Feuchtwiesen im Sonnenuntergang liegen, ziehen Kraniche laut trompetend und in langen Ketten an das Gewässer. Die imposanten Vögel machen jeden Herbst in der Prignitz Rast, um sich vor dem Weiterflug in ihre spanischen und französischen Winterquartiere zu stärken.

Bild: Markus Tiemann
Bild: Markus Tiemann

„Herbstzeit ist in der Prignitz Kranichzeit“, so Ricarda Rath von der Naturwacht Brandenburg. „Auf unseren Rangertouren können Besucher die Kraniche im stimmungsvollen Morgen- und Abendlicht erleben.“ So starten am 14., 15. und 23. Oktober um 17 Uhr geführte Ausflüge in das 450 Hektar große Rambower Moor, das sich rings um den Rambower See schmiegt (Anmeldung unter 038792/50 76 46). In 2,5 Stunden vermitteln die Naturparkranger auf einer kurzen Wanderung viel Wissenswertes über den Lebensraum Moor und laden im Anschluss zu einer Kranichbeobachtung am Aussichtsturm ein. „Schöne Orte gibt es viele auf diesem Weg“, so Ricarda Rath. „Mein Lieblingsplatz ist der Rohrdommelturm, weil er einen weiten Blick auf das Moor und kreisende Seeadler, Kraniche und gaukelnde Weihen freigibt und viel Raum für Entdeckungen lässt. Durch die Nähe zum Röhricht kann vom Ausguck auch der Wasserralle gelauscht werden, deren ‚Quieken’ aus dem dichten Pflanzendschungel zu hören ist.“ Die ersten beiden Führungen am 14. und 15. Oktober starten um 17 Uhr an der Kirche Rambow am See. Frühaufsteher können am 23. Oktober an der Rangertour „Morgenstimmung am Moor“ teilnehmen und die langsam erwachende Natur erleben. Um 6 Uhr geht es ab der Kirche zu den Moorwiesen, die noch bis zum Morgengrauen im Stillen liegen, bald aber vom lauten Ruf der Kraniche geweckt werden, die vom flachen Wasser des Moores bald auf die umliegenden Felder fliegen und sich auf Nahrungssuche begeben.

Wer das Rambower Moor lieber auf eigene Faust erkunden will, kann den mit dem gelben Punkt markierten Zweiseitenweg entlangwandern. Der drei- bis vierstündige Rundkurs passiert auf 12,5 Kilometern die Orte Rambow, Nausdorf und Boberow. Geschichten aus dem Moor wie „Einmal Bahamas und zurück – die geheimnisvolle Reise der Aale“ werden auf Informationstafeln erzählt und geben einen Einblick in die Entwicklung und die vielfältigen Lebensräume des Rambower Moors. Eine deftige Stärkung nach der Wanderung gibt es an den Wochenenden im MoorCafe in Boberow. An den großen Panoramafenstern können Besucher den herrlichen Ausblick auf die unberührte Natur genießen oder sich bei einem Buch aus den gut gefüllten Bücherregalen des Cafés entspannen.

Neben den Naturwanderungen und dem herbstlichen Vogelzug gibt es in der Prignitz noch viele weitere herbstliche Aktionen und Angebote. So findet beispielsweise am 9. Oktober von 10 bis 16 Uhr der 6. Wittenberger Apfelmarkt statt. Hier gibt es alles rund um die leckere Herbstfrucht: frisch gepressten Apfelsaft, einen Apfelkuchenbackwettbewerb sowie eine große Apfelsortenausstellung. Eine mobile Apfelmosterei verwandelt vor Ort die selbst mitgebrachten Äpfel in leckere Säfte. „Die Fülle an Naturlandschaften macht die Prignitz zu einem perfekten Ausflugsziel für Familien und Ruhesuchende“, so Mike Laskewitz, Geschäftsführer des Tourismusverband Prignitz e.V. „Besonders im Herbst können viele seltene Tiere beobachtet und die regionalen Ernteerzeugnisse in Hofläden und urigen Restaurants genossen werden.“

Weitere Infos: www.dieprignitz.de; www.naturwacht.de; www.moorscheune.de

Quellennachweis: Tourismusverband Prignitz e.V

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