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Stralsunder Geschichte(n): Die St.-Marienkirche

Hier unsere fünfte Geschichte aus dem Nordosten der Republik, aus dem wunderschönen Stralsund. Die als UNESCO-Welterbe anerkannte Hansestadt ist mit ihrer wechselvollen Geschichte, ihrer einmaligen Lage am Wasser und ihren imposanten Bauten der Backsteingotik ein Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt. Hier haben wir uns eigens in eine Ferienwohnung einquartiert, von der aus man einen wunderschönen Panoramablick auf die größten und wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt genießt. Dazu zählt natürlich auch die St.-Marienkirche.

Stralsunder Geschichten: Die St. Marienkirchen
Die St.-Marienkirche (zum Vergrößern bitte Klicken!)

Unsere Ferienwohnung liegt direkt auf der Hafeninsel. Sie befindet sich über dem Hotel Kontorhaus. Die Ferienwohnung haben wir auch an der Rezeption des Hotels gebucht – man ist hier unkompliziert. Von unserer Ferienwohnung aus schauen wir auf Stralsund und berichten – umgeben vom Strelasund, der die Insel Rügen vom Festland trennt, von den Kanälen der Stralsunder Hafeninsel und der Kulisse der historischen Altstadt – ausgiebig von den Schönheiten dieser Stadt. Die Ferienwohnung ist ideal, um unsere Antennen auszufahren und mehr über die touristischen Highlights der Stadt und die hier lebenden Menschen zu erfahren. Viele Details erfahren wir gleich im Hotel, das von einer waschechten Stralsunder Familie geleitet wird, die sich extrem gut auskennt bei Geheimtipps und Ecken abseits der Besucherströme. Dem Hotel Kontorhaus werden wir auch eine eigene Geschichte widmen – denn das Hotel hat etwas Besonderes zu bieten.
Doch kommen wir zur Marienkirche, unserer fünften Stralsunder Geschichte(n).

Monumental und originell

Die dreischiffige St.-Marienkirche am Neuen Markt ist die größte Pfarrkirche der Hansestadt. Sie umfasst ein Querhaus, ein westliches Pseudoquerhaus, einen Chorumgang und einen Kapellenkranz. Erstmals wurde die Basilika im Jahr 1298 erwähnt. Das Gotteshaus zählt zu den Meisterwerken der Spätgotik im mitteleuropäischen Raum. Die Kirche galt mit ihrer der Überlieferung nach 151 Meter hohen, gotischen Spitze als das weltweit höchste Bauwerk, bis diese im Jahr 1647 von einem Blitzschlag zerstört wurde. Ihr Turm ist 104 Meter hoch und bietet einen tollen Ausblick auf Stralsund, die Umgebung und Rügen.

Die gotische Basilika in Backsteinbauweise wurde nach dem Vorbild der Lübecker Marienkirche erbaut. Viele Elemente wurden allerdings dem architektonischen Zeitgeist der Spätgotik angepasst. Insgesamt präsentiert sich der Bau in architektonischer Hinsicht klar und schlicht, dabei aber nicht minder originell – etwa bei der Ausführung des Chors mit seinen zum Teil halben Fenstern im Chorumgang. Das monumentale Querhaus und der außergewöhnliche Westbau schaffen etwas mehr Distanz zum Vorbild in Lübeck, als es bei anderen Nachfolgebauten der Fall ist. Die charakteristischen architektonischen Merkmale der St.-Marienkirche wurden bei kleineren Bauwerken in der Umgebung aufgegriffen – so etwa bei der Marienkirche in Kenz.

Kunst für Augen und Ohren

Neben der eindrucksvollen Architektur bietet die Marienkirche eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten. Dazu zählen unter anderem gotische Malereien aus dem 15. Jahrhundert, die die Arkadenbögen zieren, sowie ein ungewöhnliches Kruzifix aus dem Jahr 1480, das sich an der Westturmwand befindet. Es zeigt Jesus am Kreuz –nicht hängend, sondern stehend. Vor dem nördlichen Ausgang steht eine geschnitzte Figurengruppe aus dem 15. Jahrhundert, die Maria mit dem Kinde, Petrus mit Zepter und Paulus zeigt.

Der südliche Chorumgang führt zum Grabmal des schwedischen Grafen Johan Paulinus Lillienstedt. Es wurde 1732 vom Antwerpener Bildhauer Johann Baptist Xavery gestaltet und gilt wegen seiner lebensvollen Darstellung der Figuren als das bedeutendste barocke Marmorbildwerk in Pommern. Nahe des südlichen Querhausportals befindet sich eine oktogonale Taufkapelle aus dem Jahr 1738 sowie ein Taufbecken aus der Zeit um 1300, in dem noch heute getauft wird.

Das Mittelschiff ziert im Westen eine Orgel des Lübecker Orgelbaumeisters Friedrich Stellwagen aus dem Jahr 1659. Das Instrument wurde umfassend restauriert und ist seit 2008 wieder voll funktionsfähig. An der nördlichen Wand steht zudem eine Grüneberg-Orgel aus dem Jahr 1906.

Der Hochaltar, die Kanzel und das Gestühl sind in den frühen Jahren des 19. Jahrhunderts nach Entwürfen des Stralsunder Zeichenlehrers Johann Wilhelm Brüggemann entstanden. In der Mitte des Hohen Chores steht der Marienkrönungsaltar, der vor 1498 angefertigt wurde. Der Altar stand vorher – allerdings nicht ursprünglich – in der Dorfkirche Semlow. Er kam 1971 nach Stralsund und wurde nach seiner Restaurierung im Jahre 1995 in der Marienkirche aufgestellt. Nach einer neuerlichen Sanierung wurde er 1999 erneut eingeweiht.

Extratipp: Orgelkonzerte in der Marienkirche

Regelmäßig finden in der Stralsunder Marienkirche kirchenmusikalische Veranstaltungen statt. Die von der evangelischen Kirchengemeinde organisierte Orgelkonzertreihe wird von bekannten Organisten aus Italien, den Niederlanden und Deutschland gestaltet.

Weitere Infos zur Kirche und zu den bevorstehenden Orgelkonzerten finden sich unter http://www.st-mariengemeinde-stralsund.de.

Dieser Artikel gehört zu den “Stralsunder Geschichte(n).
Weitere Artikel:

Teil 1 – Die St. Jakobi Kirche
Teil 2 – Das Ozeaneum
Teil 3 – Das Heilgeistkloster
Teil 4 – Der Hafen
Teil 5 – Die St.-Marienkirche

Weitere Artikel folgen in regelmäßigen Abständen!

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