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Stralsunder Geschichte(n): Die St. Jakobi Kirche

Deutschland ist ein Land der Sehenswürdigkeiten. Jahr für Jahr kommen Millionen Touristen aus aller Welt, um bei uns Urlaub zu machen. Auch die Deutschen selbst verbringen ihre freie Zeit am liebsten im eigenen Land, wie Zahlen des Deutschen Tourismusverbands zeigen. Urlaub in Deutschland liegt also voll im Trend. All das ist Grund genug, finden wir, die schönsten Fleckchen Deutschlands im Rahmen einer Artikelreihe vorzustellen.

Hafen in Stralsund - St. Jakobi Kulturkirche
Hafen in Stralsund – St. Jakobi Kulturkirche

Stralsunder Geschichte(n): Die Kirche St. Jakobi

In den kommenden Wochen werden wir intensiv aus dem Nordosten der Republik berichten, und zwar aus dem wunderschönen Stralsund. Die als UNESCO-Welterbe anerkannte Hansestadt ist mit ihrer wechselvollen Geschichte, ihrer einmaligen Lage am Wasser und ihren imposanten Bauten der Backsteingotik ein Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt. Hier haben wir uns eigens in eine Ferienwohnung einquartiert, von der aus man einen wunderschönen Panoramablick hat auf die größten und wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Dazu zählt unter anderem die Kirche St. Jakobi, die auf unserem Panoramabild ganz links zu sehen ist.

Unsere Ferienwohnung liegt direkt auf der Hafeninsel. Sie befindet sich über dem Hotel Kontorhaus. Die Ferienwohnung haben wir auch an der Rezeption des Hotels gebucht – man ist hier unkompliziert. Von unserer Ferienwohnung aus schauen wir auf Stralsund und berichten, umgeben vom Strelasund, der die Insel Rügen vom Festland trennt, von den Kanälen der Stralsunder Hafeninsel und der Kulisse der historischen Altstadt – ausgiebig von den Schönheiten dieser Stadt. Die Ferienwohnung ist ideal, um unsere Antennen auszufahren und mehr über die touristischen Highlights der Stadt und die hier lebenden Menschen zu erfahren. Viele Details erfahren wir gleich im Hotel, das von einer waschechten Stralsunder Familie geleitet wird, die sich extrem gut auskennt bei Geheimtipps und Ecken abseits der Besucherströme. Dem Hotel Kontorhaus werden wir auch eine eigene Geschichte widmen – denn das Hotel hat etwas Besonderes zu bieten.
Doch zunächst zurück zu St. Jakobi, der ersten unserer Stralsunder Geschichte(n).

St. Jakobi: Eine wechselvolle Geschichte

Die St. Jakobikirche steht am Rande des ältesten Stadtkerns Stralsunds. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Sakralbau im Jahre 1303. Der Grundbau hat Historikern zufolge etwa achtzig Jahre gedauert. Die Basilika war zum Ende des 14. Jahrhunderts weitestgehend fertiggestellt; im 15. Jahrhundert folgten schließlich der Einbau der Kapellen und der Umbau des Turms. Unwetter und Kriege haben seit dem 16. Jahrhundert beständig kleinere und größere Teile der St. Jakobi-Kirche zerstört, sodass über die Jahrhunderte hinweg immer wieder Ausbesserungen und Reparaturen vorgenommen werden mussten. St. Jakobi hat von allen Stralsunder Kirchen im Verlauf der Geschichte am meisten unter den Kriegen und Unglücken gelitten – und sie wurde immer wieder mit viel Herzblut restauriert.

Den größten Schaden erlitt die Kirche im Zweiten Weltkrieg, als sie 1944 von einer Bombe getroffen wurde. Anschließend fiel sie außerdem Plünderern zum Opfer. So wurden etwa die Orgelpfeifen der Mehmel-Orgel für die Dachrinnen der Nikolaikirche verwendet, das Gestühl wurde verheizt. Der Turm, viele Gewölbe und große Teile der Dächer waren nahezu vollständig zerstört. Die Stralsunder ließen sich davon allerdings nicht entmutigen: Schon kurze Zeit später begannen sie mit dem Wiederaufbau ihrer Kirche. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde St. Jakobi schließlich zum letzten Mal kirchlich genutzt.

Vom Baustofflager zur Kulturkirche

Nachdem die Kirche im Anschluss an den Zweiten Weltkrieg unter anderem als Archiv, als Kunstgutlager und sogar als Baustofflager gedient hatte, wird sie heute als Kulturkirche genutzt. In den 1990er Jahren wurde der erste Bauabschnitt – eine moderne Studiobühne – an die Öffentlichkeit übergeben. Das große Langschiff, in dem bis zu 500 Besucher Platz finden, ist bislang noch nicht modernisiert worden. Und das hat seinen Grund: Der historische Raum bietet Besuchern die Möglichkeit, die wechselvolle Geschichte der Kirche mit den zahlreichen Spuren, die etwa der Zweite Weltkrieg hinterlassen hat, hautnah zu erleben.

Seit 1996 hat sich die Kulturkirche kontinuierlich zu einem regionalen Anziehungspunkt mit besonderen Erlebnissen für Künstler und Besucher entwickelt. Zu Beginn von der Ev. Kirchengemeinde St. Jakobi-Heilgeist Stralsund getragen, wurde die Jakobikirche 2003 an die von der Kirchengemeinde und der Hansestadt Stralsund errichtete Stiftung Kulturkirche St. Jakobi Stralsund übertragen. Diese engagiert sich gemeinsam mit dem Förderverein St. Jakobikirche Stralsund, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und vielen weiteren Helfern für ihren Erhaltung und das künstlerische Programm.

Kunst, Konzerte und Kultur

Inzwischen finden regelmäßig Konzerte, Theateraufführungen, Märkte, Ausstellungen und Messen in der St. Jakobikirche statt. Der Sakralbau kann zudem für Bankett- und Festveranstaltungen, Empfänge, Hochzeiten, Geburtstage, Jubiläen und Konfirmationen, für Tagungen, Kongresse und Seminare genutzt werden. Seit 2003 wird die Kulturkirche vom Kreisdiakonischen Werk Stralsund betrieben, das es sich auf die Fahne geschrieben hat, Kulturarbeit mit integrativer Sozialarbeit zu verbinden. Im Langschiff der Kulturkirche wird in jedem Jahr von Mai bis Oktober eine große Ausstellung gezeigt. Bislang waren etwa Werke von Friedensreich Hundertwasser, Hermann van Veen oder Sylvia van der Meer zu sehen.

In der St. Jakobi-Kirche hat auch das Theater „NichtsNutz“ seine künstlerische Heimat gefunden. Regelmäßig stellen verschiedene Ensembles ihr Können unter Beweis – darunter auch das bis weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannte Theater „Die Eckigen“. Zudem ist hier das Theater „Vorpommern“ mit seinen kleineren Inszenierungen zu Gast. Insgesamt entsteht so ein breites kulturelles Angebot, das in seiner Vielfalt kaum zu übertreffen ist.

Bevorstehende Veranstaltungen

Die Kirche ist in der Saison von Mitte Mai bis Oktober täglich von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Außerdem öffnet sie regelmäßig ihre Pforten für verschiedene Veranstaltungen. Das Programm ist sehr facettenreich. Ganze Konzert- und Kulturreihen finden hier statt.
Alle Infos rund um die St. Jakobikirche und zum aktuellen Kulturprogramm gibt es unter
https://kdw-hst.de/gemeinwesenarbeit/kulturkirche-stjakobi/veranstaltungen.html

Dieser Artikel gehört zu den “Stralsunder Geschichte(n).
Weitere Artikel:

Teil 1 – Die St. Jakobi Kirche
Teil 2 – Das Ozeaneum
Teil 3 – Das Heilgeistkloster
Teil 4 – Der Hafen

Weitere Artikel folgen in regelmäßigen Abständen!

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