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Von romantisch bis mondän: Kurparks sind Juwelen westfälischer Gartenkultur

Sie sind das Herzstück eleganter Kurorte, stehen für Ruhe, Wellness und Erholung: Westfalen-Lippe ist reich an Kurparks. Immer wieder haben diese Anlagen Landschaftsgestalter und berühmte Gartenkünstler inspiriert. Einige der schönsten Kurparks der Region rückt der Tag der Gärten und Parks des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) am 11. und 12. Juni in den Fokus.

„Kurparks waren und sind liebevoll inszenierte Orte der Entspannung und Erholung, früher wie heute“, sagt Udo Woltering von der LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen „Am Tag der Gärten und Parks ist Zeit, sich selbst eine kleine ‚Kur‘ zu gönnen und die grünen Oasen zu genießen. Ganz nach dem Motto der diesjährigen Veranstaltung: ‚Hereinspaziert‘“, so Woltering weiter.

Als der westfälische Fürstbischof Ferdinand von Fürstenberg 1665 die mineralische Rabe-Quelle in Bad Driburg (Kreis Höxter) zum Brunnen einfassen ließ und vier Jahre später eine Lindenallee hinzufügte, hatte er den Grundstein für einen der ältesten und spektakulärsten Landschaftsparks Deutschlands gelegt. 16.000 Stauden und Gräser, die wie ein mäandernder Fluss die Rasenflächen durchziehen und Grashügel umspülen – „dieser Anblick allein ist schon einen Tagesausflug wert”. Geschaffen hat das außergewöhnliche Arrangement der niederländische Gartenkünstler Piet Oudolf.

„Der Gräfliche Park in Bad Driburg ist ein Paradebeispiel für die glückliche Verbindung historischer Elemente mit moderner Gartenkunst“, sagt Woltering „Teiche und Brunnen, Lilienwiese, Heckengarten und Rosenberg: Hinter jeder Biegung warten neue Überraschungen auf Spaziergänger. Damit steht die Anlage exemplarisch für die buchstäblich ‚blühende‘ Kur- und Badekultur in Westfalen.“

Foto: Landschaftsverband Westfalen-Lippe
Foto: Landschaftsverband Westfalen-Lippe
Foto: Landschaftsverband Westfalen-Lippe
Foto: Landschaftsverband Westfalen-Lippe

Schon die Römer wussten die heilende Kraft des Badens zu schätzen und bauten im Laufe der Zeit immer luxuriösere Thermen, umgeben von weitläufigen Parkanlagen. Hierzulande sind Kurparks seit dem 17. Jahrhundert populär. Einige Badehäuser und Wandelhallen erinnern heute noch an mondäne Kurgäste, die einst in den Parks lustwandelten, sich an Trinkbrunnen erfrischten und bei Moor- oder Solebädern entspannten.

„Als wichtige Naherholungsziele in einer schnelllebigen Zeit sind Westfalens Kurparks bis heute der beste Beweis dafür, wie heilsam grünende und blühende Natur sein kann“, so Woltering. „Zum Beispiel in Bad Salzuflen: Dort besticht neben dem pompösen Kurhaus und „tanzenden“ Wasserfontänen ein fantastischer Rosengarten. Inmitten von mehr als 3000 Rosen sowie Lavendel, Salbei und Schleierkraut sitzen Besucher auf weißen Bänken und genießen den betörenden Duft.“

So hat jeder Kurpark seinen eigenen Reiz. Seien es gartenarchitektonische Kuriositäten wie der spiralförmig angelegte Schneckenberg in den Kuranlagen von Horn-Bad Meinberg (Kreis Lippe) oder mondäne Gebäude wie das an ein Barockschloss erinnernde Kurhaus in Bad Oeynhausen (Kreis Minden-Lübbecke).

Einige dieser grünen Juwelen erleben Besucher am Tag der Gärten und Parks auf besondere Weise. Im Kurpark in Bad Westernkotten (Kreis Soest) regt ein poetischer Baumspaziergang zum Träumen an. Romantisch ist ein Picknick im Garten des Gräflichen Parks Bad Driburg. Musikfreunde lauschen einem Konzert im Kurpark von Bad Meinberg und in Bad Holzhausen (Kreis Minden-Lübbecke) erkunden Besucher die Parkidylle bei einer Wanderung. Würzige Kräuter stehen bei einer geführten Tour in Bad Waldliesborn (Kreis Soest) im Mittelpunkt. Zur Entdeckungsreise durch die Welt der Botanik und Gartenarchitektur gestalten sich Parkführungen durch die Kurparks Bad Hermannsborn (Kreis Höxter), Bad Salzuflen und Bad Oeynhausen.

Am Tag der Gärten und Parks werden aber auch Schlossgärten, private Paradiese und botanische Gärten teils exklusiv ihre Pforten öffnen. Mehr als 170 Anlagen in ganz Westfalen-Lippe präsentieren sich an diesem Frühsommer-Wochenende in ihrem ganzen Glanz.

Weitere Informationen unter w w w. gaerten-in-westfalen. de.

Quellennachweis: REDAKTIONSBÜRO Susanne Schulten

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