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Tätowierer, Braumeister und Hunde-Butler – die außergewöhnlichsten Jobs an Bord eines Kreuzfahrtschiffes

Den Gästen etwas Besonderes bieten: Souschefs, Barkeeper oder Kabinenstewards sorgen bei einer Kreuzfahrt dafür, dass die Passagiere ihre Reise genießen. Durch das spektakulärer werdende Unterhaltungsangebot auf den Schiffen gibt es zunehmend auch immer mehr ausgefallene Jobs an Bord. www.Cruneo.de, das weltweit einzige Vergleichsportal für Kreuzfahrten, hat sieben dieser außergewöhnlichen Berufe auf Kreuzfahrtschiffen zusammengestellt. „Mit den ungewöhnlichen Angeboten möchten die Reedereien aus der Masse hervorstechen und Urlauber mit Besonderheiten hinsichtlich des Bordprogramms für sich gewinnen“, erklärt Marvin Müller, Geschäftsführer von Cruneo.

Tätowierer auf der Aranui:

Männer bevorzugen meist traditionell marquesanische Motive, Frauen entscheiden sich eher für Blumen, Delfine, Rochen oder Schildkröten. So nehmen einige Gäste der „Aranui 5“ ein ganz besonderes Souvenir mit nach Hause. Denn an Bord des Fracht- und Passagierschiffes der Familienreederei „Compagnie Polynesienne de Transport Maritime Aranui (CPTM)“ können sich Urlauber auf ihrer Reise durch die Inselwelt Französisch-Polynesiens ein Tattoo stechen lassen. Der 40-jährige Moana Kohemoetini arbeitet eigentlich im Bordrestaurant, ist aber auf Tahiti ein renommierter Tattoo-Künstler. Seit zwei Jahren bietet er diesen Service nun an Bord an. Mit seiner professionellen Ausrüstung kommt er auf Wunsch zu den Passagieren in die Kabine und verziert dort ihre Körper mit traditionellen polynesischen Tattoos. Weil Tattoos in Polynesien Teil der lokalen Kultur sind, reagieren die Passagiere auf dieses außergewöhnliche Bordangebot sehr positiv. Mit einem echten „Kohemoetini“ auf der Haut gingen bisher 20 Urlauber von Bord der Aranui.

Hunde-Butler auf der Queen Mary 2:

Wer auch auf hoher See nicht auf seinen tierischen Begleiter verzichten möchte, der ist bei der Reederei Cunard Line genau richtig. Denn auf der Queen Mary 2 können bei Transatlantikfahrten Haustiere mitgenommen werden. Blindenhunde oder so genannte „Emotional Dogs“, die in den USA bei schweren Depressionen verschrieben werden, dürfen generell bei allen Routen mit an Bord. Neben Hunden werden auch Katzen und Vögel angenommen. Um das Wohl der Vierbeiner kümmert sich der Hunde-Butler, der die Tiere füttert, mit ihnen spielt und spazieren geht. Untergebracht sind die Tiere in zwölf Käfigen, es gibt ein großes Spielzimmer und eine gesicherte Auslaufzone. Die Besitzer können ihre Lieblinge zu festen Besuchszeiten sehen. Am Ende jeder Fahrt wird ein Erinnerungsfoto gemacht, ein Zertifikat ausgestellt und der Vierbeiner erhält ein schwarzes Mäntelchen mit Queen Mary 2-Logo. Dieser Hundemantel ist auch für Urlauber ein beliebtes Souvenir, die ohne ihr Haustier verreisen.

Deutschlehrerin bei TUI Cruises:

„Darf ich Ihnen nachschenken?“ oder „Benötigen Sie ein frisches Handtuch?“ — solche Sätze für den täglichen Umgang mit den Gästen lernt die Crew, die aus mehr als 45 Ländern kommt, an Bord der Mein Schiff Flotte von TUI Cruises von Beatrix Westphal. Sie ist eine der Sprachtrainerinnen, die in Zusammenarbeit mit den Berlitz Sprachschulen auf allen Schiffen arbeiten. Für den kostenlosen Deutschunterricht werden die Schüler abhängig von den Vorkenntnissen in unterschiedliche Levels eingestuft. Damit alle Crewmitglieder die Möglichkeit haben, am Unterricht teilzunehmen, sind die Kurszeiten mit den Arbeitszeiten der einzelnen Departments abgestimmt. Das Angebot wird sehr gut angenommen, da Deutschkenntnisse die Aufstiegschancen an Bord erhöhen.

Braumeister bei AIDA Cruises:

Sich ein frisch gezapftes Bier schmecken lassen, den Brauvorgang live mitverfolgen und in einem Workshop ein Bierdiplom erwerben — auf sechs Schiffen der AIDA Flotte wird der Traum eines jeden Bierliebhabers wahr. In der bordeigenen Brauerei kümmert sich jeweils ein Braumeister um die Bierproduktion. Einer davon ist Andreas Prien, der täglich frisches Bier braut und sich dabei von den Gästen über die Schulter schauen lässt. Der Braumeister überwacht den Brauvorgang der hellen und dunklen Biersorten, denn auch auf dem Meer gilt das Reinheitsgebot. Je nach Jahreszeit gibt es neben den hauseigenen Biersorten auch Aktionsbiere, zum Beispiel zum Oktoberfest. Eine weitere Besonderheit ist das „AIDA Bier“. Es heißt „AIDA Zwickel“, ist naturtrüb und schmeckt etwas nach Karamell. Außergewöhnlich erscheint auch die Zusammensetzung des Bieres: Es besteht nämlich zusätzlich zu Hopfen und Malz auch aus Meerwasser, das von einer Wasseraufbereitungsanlage entsalzt, gesäubert und mit den nötigen Mineralien angereichert wird. Die Idee einer schwimmenden Brauerei entstand durch die Anregung von Gästen. Bei der Umsetzung war die Technik eine Herausforderung, denn die Gärkessel mussten unempfindlich gegenüber Schiffsschwankungen gemacht werden. Dies erklärt Braumeister Andreas Prien interessierten Passagieren in einem Brauseminar und gibt ihnen nähere Informationen zur Rohstoffauswahl und zum Brauprozess. Dabei können sie ihren eigenen Biersud ansetzen und erhalten von ihm im Anschluss ein Zertifikat.

Polynesische Folkloregruppe auf der Paul Gauguin:

Auf allen Routen im Südpazifik bringt eine Folkloregruppe aus Tahiti den Gästen der Paul Gaugin, dem Flagschiff der Paul Gaugin Cruises, die polynesische Kultur näher. Die „Les Gauguins and Les Gauguins“ unterhalten die Kreuzfahrtpassagiere mit der Ukulele, Gitarrenmusik und traditionellem Tanz. Außerdem geben sie einen interessanten Einblick in die Sprache, Kultur und das Leben in Französisch-Polynesien. Ein Highlight der Kreuzfahrt ist die polynesische Zeremonie für Paare, die in den Flitterwochen sind oder ein Jubiläum feiern. Wenn das Schiff in Bora Bora Halt macht, spielen die „Les Gauguines and Les Gauguins“ speziell für das Paar Musik und rezitieren ein polynesisches Gedicht. In Anwesenheit des Kreuzfahrtdirektors erhalten die Gäste einen Kuchen und Champagner. Zum Abschluss wird das Paar für ein Foto mit einem traditionellen Tifaifai Quilt umwickelt. Dieser symbolisiert bei polynesischen Hochzeiten die Einheit des Paares und steht für Liebe, Ehre sowie Respekt.

Foto: Paul Gaugin Cruises

Floristin bei TUI Cruises:

1.100 rote Rosen für die Kabinen müssen vor Beginn der Kreuzfahrt ausgepackt und zugeschnitten werden. Darum kümmert sich auf allen Schiffen der Mein Schiff Flotte von TUI Cruises eine ausgebildete Floristin. Neben den Willkommens-Rosen ist sie auch zuständig für den Blumenschmuck, die Hochzeits- und Geburtstagssträuße und Kräuterwände. So bindet sie zum Beispiel Gerbera, Tulpen und Chrysanthemen zu bunten Sträußen zusammen und befeuchtet Thymian, Basilikum und Rosmarin. Außerdem gehen bei ihr die Blumenbestellungen ein, die Gäste bis zu fünf Tage vor der Abreise buchen können.

Riverlorian bei der American Queen Steamboat Company:

Die „Riverlorians”, Geschichts- und Kulturexperten, haben einen festen Platz auf der „American Queen” und der „American Empress”, den modernisierten Schaufelradschiffen der American Queen Steamboat Company. Sie erzählen Geschichten von Mark Twain oder berichten über die Lewis und Clark Expedition, die erste amerikanische Überlandexpedition der Vereinigten Staaten zur Pazifikküste und zurück. Der Name „Riverlorian” ist eine Zusammensetzung der englischen Begriffe „river” (Fluss), „lore” (Überlieferung) und „historian“ (Historiker). So sind die Geschichts- und Kulturexperten bei den Flusskreuzfahrten mit an Bord, um den Gästen die Legenden und Geschichten rund um den Fluss, auf dem sie fahren, näherzubringen. Zusätzlich zu den festangestellten Riverlorians gibt es auf jeder Route auch Gastreferenten, die über die Kultur, die Einwohner und die Geschichte des jeweiligen Reiseziels informieren. Die Vorträge und Präsentationen finden entweder im großen Salon oder im Navigationsraum des Schiffes statt. Besonders interessiert zeigen sich die Gäste immer an Informationen zu den angelaufenen Häfen und der Geschichte des Mississippi Rivers.

Quellennachweis: Wilde & Partner

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